Das Schuljahr in Harry Potters Zauberschule Hogwarts beginnt im September. In diesem Jahr darf aber schon ab Juni gezaubert werden – und zwar auch von Muggeln, also von Menschen ohne magische Fähigkeiten. Dafür benötigt man nur die kostenlose AppHarry Potter: Wizards Unite“.
Mit dem Smartphone-Spiel will das Entwicklerstudio Niantic gemeinsam mit Warner Bros. am großen Erfolg von „Pokémon Go“ anknüpfen. Die App mit den Taschenmonstern begeisterte weltweit Millionen Spieler. Die Entwickler haben deshalb einiges aus dem Pokémon-Spiel auf „Wizards Unite“ übertragen.

Suche nach magischen Wesen

Wieder geht es darum, mit dem Smartphone durch die echte Welt zu wandern. Nur sucht man diesmal nicht Pikachu und Co., sondern magische Wesen wie Trolle und Werwölfe. Die gilt es mit Magie zu bekämpfen. Um zu zaubern, zeichnet man mit dem Finger vorgegebene Muster auf das Display.
Ein wichtiger Unterschied zum Vorgänger: Im Harry-Potter-Spiel steht auch die Geschichte im Vordergrund. „Ein Desaster ist über die Welt der Zauberei hereingebrochen“, heißt es in der Beschreibung des Spiels. Die geheime Welt der Zauberer droht aufzufliegen, die Spieler sollen das verhindern. Harry Potter persönlich erklärt dem Spieler Schritt für Schritt, was es mit der drohenden Katastrophe auf sich hat.

Augmented Reality wichtiger Faktor

Genau wie „Pokémon Go“ nutzt „Wizards Unite“ Augmented Reality (AR), also die erweiterte Realität. „Der große Reiz von Augmented Reality in Spielen ist, dass sich die virtuelle Welt des Gamings und die tatsächliche Umwelt des Spielers miteinander vermischen“, sagt Sebastian Klöß, Referent des Technikverbands Bitkom. In „Pokémon Go“ haben viele Spieler die Funktion aber abgestellt. Sie könne auch eine Hürde sein, erklärt Klöß. „Wenn man mit Augmented Reality spielt, ist das ein  aktiveres Spielen. Man muss mehr tun als nur dazusitzen.“
Bisher gelang der erweiterten Realität bei Smartphone-Spielen nicht der Durchbruch. Vielleicht ändert „Wizards Unite“ das, Klöß setzt aber auf ein anderes Spiel: „Minecraft Earth wird vermutlich wichtiger für den Durchbruch von Augmented Reality auf dem Smartphone sein, weil es ein reines AR-Game ist“, sagt er. Microsoft hat im Mai angekündigt, eine neue Version des beliebten Bau- und Erkundungsspiels auf den Markt zu bringen. In Minecraft entdecken und gestalten die Spieler eine Welt, die aus Blöcken besteht.

Gute Bewertungen für die neue App

Fraglich ist, ob „Harry Potter: Wizards Unite“ so erfolgreich wie sein Vorgänger wird. Zumindest bei den Bewertungen durch die Spieler hat die App derzeit die Nase vorn: Sowohl in Apples App Store als auch bei Google Play bewerten die das Harry-Potter-Spiel etwas besser als die Pokémon-App. In Googles Store schreibt beispielsweise eine Android-Nutzerin, sie sei eine „ziemliche Stubenhockerin“. Das Spiel habe aber das Potential, sie „täglich vor die Tür zu locken“.
Vergleicht man den Erfolg beider Spiele direkt nach ihrer Veröffentlichung, liegen die Pokémon aber klar vorne: „Wizards Unite“ wurde laut Sensor Tower in den ersten zwei Tagen von fast drei Millionen Spielern aus über  20 Ländern heruntergeladen. Bei „Pokémon Go“ waren es in den ersten vier Tagen 24 Millionen Spieler – alleine in den USA, Australien und Neuseeland.

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Smartphone überholt PC und Konsolen

34 Millionen Menschen spielen hierzulande am Computer, der Konsole oder dem Smartphone, so der Branchenverband Game. Der Frauenanteil liegt mittlerweile bei 47 Prozent. Seit Jahren steigt das Durchschnittsalter der Spieler. Etwa 9,5 Millionen über 50-Jährige zocken – sie sind die größte Spielergruppe.
Lange Zeit waren PCs und Konsolen die beliebtesten Spiele-Plattformen. Doch mittlerweile liegt das Smartphone vorne: 2017 spielten 18,2 Millionen Menschen in Deutschland an ihrem Handy, 17,3 Millionen am PC und 16 Millionen an einer Spielekonsole. Auf dem letzten Platz liegt das Tablet mit 11,5 Millionen Spielern. moc