Der Wohnungsmarkt in der Studentenstadt Tübingen ist – wie in vielen Städten Baden-Württembergs und Deutschlands – hart umkämpft. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat im Kampf um mehr Wohnraum einen klaren Plan – und nun offensichtlich weitere Maßnahmen ergriffen. Medienberichten zufolge hat Palmer erste Briefe an Grundstückseigentümer verschickt, die er zum Verkauf ihrer Flächen zwingen will, wenn sie diese nicht bebauen.

Palmer fordert Baugesuch von Eigentümern

In dem Schreiben, das der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vorliegt, fordert er die Eigentümer zu einer „verbindlichen Erklärung“ auf, „in spätestens zwei Jahren ein Baugesuch einzureichen“. Zudem müssten sie innerhalb von vier Jahren „die Schaffung von Wohnraum“ ermöglichen. Alternativ könnten sie das Grundstück zum Verkehrswert an die Stadt veräußern. Zuvor hatten am Freitag mehrere Medien über die Briefe berichtet.
Falls die Eigentümer auf sein Schreiben nicht antworten, werde die Stadtverwaltung ein formelles Anhörungsverfahren durchführen, heißt es dem Bericht zufolge in dem Brief weiter.

Wert der Grundstücke in Tübingen liegt bei 100 Millionen Euro

Palmer hatte den Schritt bereits vor einiger Zeit für nach Ostern angekündigt. Er stützt sich auf Paragraf 176 des Baugesetzbuches, der ein Baugebot formuliert. Komme ein Eigentümer dem nicht nach, könne ein Enteignungsverfahren eingeleitet werden. Palmer hatte gesagt, es gehe um rund 550 baureife Grundstücke mit Platz für etwa 1000 größere Wohnungen in Tübingen. Den Wert aller Grundstücke schätzte er auf rund 100 Millionen Euro.

Bahn-Werbung, Facebook-Rückzug: Ende einer spannenden Palmer-Woche

In der vergangenen Woche hatte Palmer erneut für Aufregung gesorgt. In einem Facebook-Post hatte er eine Werbung der Deutschen Bahn kritisiert, die unter anderem mit dem dunkelhäutigen deutschen Koch Nelson Müller sowie der türkischstämmigen Moderatorin Nazan Eckes wirbt. Daraufhin war ein Shitstorm über ihm hereingebrochen, woraufhin er sich für einen Monat von dem sozialen Netzwerk zurückzieht.

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