An den Ständen auf dem Ulmer Wochenmarkt finden Besucherinnen und Besucher saisonale und regionale Produkte. Dort decken sie sich aber nicht nur mit Eiern, Kartoffeln und Äpfeln für die nächsten Tage ein. Viele nutzen die Vielfalt an Obst und Gemüse auch, um Außergewöhnliches auszuprobieren. Am Stand von Michaela Haide gibt es beispielsweise alte Gemüsesorten wie Schwarzwurzel, Schwarzkohl oder Butterrüben.
Bereits seit 17 Jahren steht Haide mit ihrem Stand auf dem Wochenmarkt. Ihr Gemüse bezieht sie mitunter aus Demeter-Gebieten im Ausland, sagt die Verkäuferin: „Qualität ist uns wichtig. Deshalb haben wir ausgewählte Anbaukooperationen in Italien und Spanien.“

Alte Gemüsesorten aus samenfesten Pflanzen

Auch wichtig für Haide: „Dass die Pflanzen samenfest sind.“ Samenfest oder auch sortenrein bedeutet, dass aus dem Saatgut einer Pflanze bei der nächsten Aussaat eine Pflanze mit den gleichen Eigenschaften nachwächst. So kann sich die Sorte ganz natürlich vermehren. Anders verläuft es bei Hybrid-Züchtungen. Diese ergeben in weiteren Anpflanzungen Pflanzen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Eine gelbe runde Zucchini-Saat könnte beispielsweise in der nächsten Anpflanzung eine Zucchini ergeben, die nicht rund oder gelb ist.
Alte Gemüsesorten gelten als besonders samenfest, sagt Haide. Deshalb gibt es bei ihr eben diese zu kaufen. Für diejenigen, die nicht wissen, was sie damit kochen sollen, hat sie einen Rezepttipp parat: veganen Schwarzkohleintopf.

Lieblingsrezept: Veganer Scharzkohleintopf

Dazu wird zunächst Kokosfett in einem Topf erhitzt. Reichlich Gewürze wie Zwiebeln, Ingwer, Kurkuma, Peperoni, Kreuzkümmel, Senfsaat und Bockshornklee werden darin so lange angedünstet, „bis es duftet.“ Dann wird der Schwarzkohl klein geschnitten dazu gegeben. „Den kann man komplett verwenden“, sagt Haide. Auch Kartoffeln kommen in den Topf und alles zusammen wird mit Wasser aufgekocht. Zum Andicken gibt die Verkäuferin Grünkernschrot dazu, den sie meist am Abend vorher einweicht und über Nacht quellen lässt. Alles zusammen lässt sie zunächst zehn Minuten kochen und weitere 15 Minuten nachquellen. Zum Schluss schmeckt Haide den Eintopf mit Salz und vor allem Pfeffer ab: „Durch ihn kommt das Kurkuma schön raus.“
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