Das geplante interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet des Verbands Region Schwäbische Alb bei Merklingen soll nicht größer werden als 50 Hektar. Zunächst will sich der Verband um den Kauf von 25 Hektar Land bemühen, der zweite Schritt könnte in zehn bis 15 Jahren folgen. Das hat der Verbandsvorsitzende und Laichinger Bürgermeister Klaus Kaufmann bei der Verbandsversammlung am Mittwochabend in Laichingen gesagt. Die Vertreter der zwölf Mitgliedskommunen verabschiedeten einstimmig die vom Planungsbüro Künster vorgestellte Standortkonzeption. Demnach wird der Industrie- und Gewerbepark entlang der Landesstraße 1230 zwischen Merklingen und Nellingen in der Nähe der Autobahn und des neuen Bahnhofs entstehen.
Kaufmann kündigte eine Informationsveranstaltung an, die voraussichtlich am 8. Februar stattfinden wird. Darüber hinaus wollen die Verantwortlichen des Verbands in die betroffenen Ge­meinden gehen, um dort den Austausch zu suchen. Eine Initiative, die sich gegen den hohen Landverbrauch und gegen die Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen stellt und den Nutzen des Gewerbegebiets für die Anliegergemeinden Merklingen und Nellingen bezweifelt, hat sich jüngst formiert. Zu einem ersten öffentlichen Treffen in Nellingen waren rund 100 Bürger gekommen. Auch bei der Sitzung des Verbands am Mittwoch waren die Zuhörerplätze gefüllt.

Anfragen von Unternehmen

„Das ist kein Baubeschluss“, sagte Kaufmann zur Abstimmung über die Standortkonzeption. Nun werde die Umsetzung geprüft. Die Bürgermeister von Nellingen und Merklingen, Franko Kopp und Sven Kneipp, betonten, dass ökologische Ausgleichsflächen nicht ihren Gemeinden, auf deren Germarkungen der Gewerbepark entstehen soll, aufgebürdet werden dürften. In den Beschluss wurde aufgenommen, dass die Verbandsgemeinden Ausgleichsflächen auf ihren Gemarkungen suchen und einen Flächenpool für landwirtschaftliche Tauschflächen schaffen. Kneipp hatte betont, dass einige Landwirte stark betroffen seien. 50 Hektar seien immerhin 4,5 Prozent der insgesamt in Merklingen vorhandenden landwirtschaftlichen Fläche. Franko Kopp plädierte für eine behutsame Entwicklung und eine Auswahl der Betriebe. „Wir sollten nicht Logistikzentren vorsehen, die unsere Flächen zupflastern“, sagte Kopp. Wie Klaus Kaufmann berichtete, gibt es bereits Anfragen „von interessanten Unternehmen aus Stuttgart“.
Der Regionalverband Donau-Iller hat für die Fortschreibung des Regionalplans, deren Entwurf im Mai 2019 fertig sein soll, eine 70 Hektar große Gewerbe-Vorrangfläche zwischen Merklingen und Nellingen vorgesehen. Zunächst war die Fläche 80 Hektar groß, wurde aber nach einer „strategischen Umweltprüfung“ um zehn Hektar reduziert. Nun folgt eine artenschutzrechtliche Prüfung. Wie der stellvertretende Direktor des Regionalverbands Martin Samain sagte, ist die Fläche für einen Zeitraum von 15 Jahren ausreichend. „Wenn wir so denken, planieren wir unser Land zu“, sagte Gisela Steinestel (Laichingen). „Das ist eine Angebotsplanung“, betonte Samain.
Für Andreas Aigeltinger (Dornstadt) ist die Frage wichtig, ob die Mitgliedskommunen durch den interkommunalen Gewerbepark in ihrer eigenen Entwicklung eingeschränkt werden. Kleine Gemeinden müssten mehr als große mit Restriktionen rechnen, meinte Klaus Kaufmann, der in dieser Sache aber noch Gespräche mit dem Regierungspräsidium führen will. Dornstadt wolle sich nicht einschränken lassen, sagte Aigeltinger. Das muss es wohl auch nicht: Der Regionalverband sieht dort neue Gewerbeflächen vor.
Städteplaner Clemens Künster beantwortete die Frage des zeitlichen Ablaufs: Laufe alles zügig, könnte frühestens in vier oder fünf Jahren zwischen Merklingen und Nellingen der erste Bagger fahren.

Keine weiteren Mehrkosten beim Bahnhof

Festbetrag Drei Viertel der Ausschreibungen für den Bau des Bahnhofs Merklingen sind bereits getätigt. „Das Land geht von keinen weiteren Kostensteigerungen aus“, sagte der Vorsitzende des Verbands Region Schwäbische Alb, Klaus Kaufmann, bei der Verbandsversammlung. Wie berichtet, werden die Kosten voraussichtlich von geplanten 43 Millionen Euro auf 53 Millionen Euro steigen. Kaufmann dankte Verkehrsminister Winfried Hermann und der Stuttgarter Regierungskoalition, die die Mehrkosten aus Regionalisierungsmitteln des Bundes stemmt. Der Verband könne von seinem Standpunkt, nicht mehr als 11,5 Millionen Euro beizutragen, nicht abweichen.
Baupreise Wo konkret die Mehrkosten anfallen, wollte Pius Kneer (Westerheim) wissen. Betroffen sei allein der Bahnhof, antwortete Klaus Kaufmann, nicht Maßnahmen, für die der Verband Region Schwäbische Alb zuständig ist. Doch die allgemeine Baupreisentwicklung werde dann auch wohl beim P&R-Platz spürbar werden.