Im Tarifkonflikt für die rund 26.000 Beschäftigten an Unikliniken im Südwesten ruft Verdi zu mehrtägigen Warnstreiks auf. Die ersten Arbeitsniederlegungen gab es am Montag, 24.10.2022, in Tübingen und Ulm. 200 weitere Mitarbeiter der Uniklinik sind am Montagmorgen durch die Innenstadt zum Münsterplatz gezogen, um ihrem Unmut Luft zu machen.

Streik in der Uniklinik Ulm: Folgen für Patienten

Der dreitägige Ausstand betrifft auch den Klinikbetrieb und mithin die Patienten. Die Uniklinik Ulm erklärt auf ihrer Internetseite, dass die Akut- und Notfallversorgung auch während des Streiks gewährleistet sei.
  • Grundsätzlich sei an den drei Streiktagen von einer Wochenendbesetzung auszugehen.
  • Im Operations-Bereich gelte ein Notfallbetrieb.
  • Man habe mit Verdi eine Notdienstvereinbarung getroffen, damit die Versorgung von Notfallpatienten „zu jeder Zeit gewährleistet“ sei.
  • Allerdings könne es bei geplanten Untersuchungs- und Behandlungsterminen aufgrund der Streik-Ausfälle zu Beeinträchtigungen kommen.
  • Patienten mit längerer Anreise sollen sich gegebenenfalls vorab telefonisch in der jeweiligen Klinik informieren, ob ihr Termin stattfindsen kann.

Forderungen der Beschäftigten der Unikliniken

Verhandlungsführerin Irene Gölz forderte ein verbessertes Arbeitgeberangebot vor dem Start der zweiten Gesprächsrunde. Die aktuelle Offerte stelle eine bisher nicht vorstellbare Entwertung der Einkommen an den Unikliniken dar.
Gölz sagte weiter, weil auf dieser Basis keine ernsthaften Verhandlungen möglich seien, sehe sich Verdi gezwungen, die Tarifrunde ungewöhnlich früh zuzuspitzen. Weitere Warnstreiks sind für Mittwoch in Heidelberg sowie für Donnerstag und Freitag in Freiburg geplant.
Das Angebot des Arbeitgeberverbands der baden-württembergischen Uniklinika (AGU) sah eine steuerfreie Einmalzahlung von 2100 Euro vor sowie eine Steigerung der Gehälter um sechs Prozent in zwei Stufen ab Januar 2024.

Verdi fordert 10,5 Prozent mehr Geld

Verdi fordert unter anderem für Medizinisch-Technische-Assistenten sowie Pflege- und Verwaltungskräfte der Unikliniken 10,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 375 Euro mehr pro Monat; die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.
Bei den Verhandlungen geht es um Beschäftigte, für deren Arbeitsverhältnisse der Tarifvertrag Uniklinika Baden-Württemberg gilt. Ärzte oder wissenschaftliches Personal fallen unter andere Tarifverträge.