Es hört mit den Baustellen nicht auf. Nun steht in der Schillerstraße erneut eine mehrmonatige Sperrung bevor. Das Dichterviertel ist zwar für den Verkehr nicht so kritisch wie die Durchfahrtsachsen in der Innen- oder Weststadt, die zuletzt unbefahrbar waren. Die Schillerstraße bildet dennoch einen beliebten Schleichweg, um bei – den zuletzt häufigen – Staus auf der Ludwig-Erhard-Brücke leichter in die City zu gelangen.
Zumindest auf Arbeitsebene scheint sich in der Stadtverwaltung freilich die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass das Maß der Baustellen voll ist und für die leidgeprüften Anwohner punktuell Erleichterungen geschaffen werden müssen. Darum dürfte es nun auch im Dichterviertel gehen, wo nicht zuletzt den Besuchern des nagelneuen Leonardo-Hotels – vor dem gestern auch der Mannschaftsbus von Fortuna Düsseldorf stand – ein einigermaßen geordnetes Ulm-Erlebnis geboten werden sollte. Auch die Anwohner wissen nicht, was bei der Sanierung und der damit verbundenen Aufwertung des Quartiers und natürlich Verteuerung des Umfelds auf sie zukommt, und sollten pfleglich behandelt werden.
In diesem Umfeld mutet die Großbaustelle für die Verkehrsinsel im Hafenbad fast wie eine Petitesse an. Sie dient einer weiteren Ost-West-Fahrradachse – was recht sein mag, wenn sonst die Realität im Wirtschaftszentrum nicht aus dem Blick gerät.