Ein Fest-Wochenende bei bestem Frühsommerwetter: In der Altstadt quellen dann spätestens am Sonntagabend die öffentlichen Abfalleimer über, angefüllt mit Müll, den Touristen und das Ausgehpublikum eben so hinterlassen. Umso verwunderlicher, dass ausgerechnet vor dem Saumarktfest und den Neu-Ulmer „Feiertagen“ öffentliche Drahtpapierkörbe verschwinden. So geschehen vor dem Haus „Engländer“ am Weinhof 19, das das Europabüro beherbergt, ebenso in der Schwörhausgasse, einer Gasse, die deswegen bei Touristen beliebt ist, weil dort das „Schiefe Haus“ über die Blau gebeugt steht.

Mülleimer nicht mehr zeitgemäß

Eine Nachfrage bei den Entsorgungsbetrieben (Ebu) ergibt Folgendes: „Die Drahtpapierkörbe sind steinalt. Die verschwinden nach und nach aus dem Stadtbild“, sagt Alessandro Calabrese, Disponent für die Stadtreinigung. Zudem entsprächen die Drahtkörbe nicht mehr den Vorgaben des Arbeitsschutzes. Um die fest montierte Körbe zu leeren, müssen Müllmänner in die Körbe hineingreifen, was nicht zumutbar sei. Der Korb vorm „Engländer“ verschwand auch deswegen, weil dort Anwohner ihren Hausmüll hineinstopften. Calabrese nennt die Demontage der Körbe eine „erzieherische Maßnahme“ für wilde Müllentsorger. Wenn Menschen jetzt ihre Eislöffel, Pappteller, Schnapsflaschen tatsächlich in Abfalleimer werfen wollen, müssten sie auf den Weinhof gehen. Dort habe die Ebu für Ersatz gesorgt, sagt Calabrese. Nur: Seitdem die Körbe fehlen, fliegt der Müll durch die Gassen und landet in der Blau. Calabrese verspricht Ersatz. Die neuen Abfalleimer namens „Ulmer Modell“ sind eckig und sollen demnächst angebracht werden.
Überraschung: Kurz nach dem Telefonat wurde vor dem „Engländer“ einer dieser Abfalleimer angebracht – so klein wie ein Briefkasten und bereits randvoll mit nur einer entsorgten Lunchbox.

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