Zuweilen ist das Leben – oder besser das Zusammenleben – komplizierter, als es eigentlich sein müsste. Das zeigt sich auch an der aktuellen Debatte um den kostenfreien Nahverkehr an den Ulmer Baustellen-Samstagen.
Denn die gute Idee, die die Stadt vor Verkehrsstörungen an den Wochenendtagen bewahren soll, hat nun einige Schwaben oder Charakterschwaben unter den Jahreskarten- und Zeitfahrscheinbesitzern auf den Plan gerufen. Sie fordern von den Verkehrsbetrieben eine Entschädigung. Weil sie schließlich für die Samstage bezahlt hätten.
So kann man das sehen, muss man aber nicht. Denn durch die kostenfreien Samstage sind den per Rabattvertrag (nichts anderes sind die Zeitfahrkarten) Gebundenen keine Leistungen entgangen. Wer zum Mittagessen in der Stadt ist, fordert vom Wirt ja auch nicht Schadenersatz, wenn der einen anderen Gast einlädt. Also: Nur kein Neid!

Positives Signal an die Stammkunden senden

Die Stadt und die Donau-Iller-Nahverkehrsgesellschaft müssen sich deshalb nicht verpflichtet sehen, Entschädigungsleistungen zu zahlen. Aber sie sollten aus der Not eine Tugend machen und ihren Stammkunden ein positives Signal senden. Und das darf gerne etwas mehr sein als die dürftige Verlosung von 40 Jahreskarten.

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