„Mit bitterer Enttäuschung und Wut“ nimmt der Kreisvorstand der Linken zur Kenntnis, dass Stadträtin Doris Schiele nur drei Tage nach der Kommunalwahl ihren Austritt aus der Partei bekannt gegeben hat (wir berichteten). Schiele „verrate“ damit ihr Mandat als Linken-Stadträtin, heißt es in einer Mitteilung des Kreisvorstands, der einer Generalabrechnung gleichkommt.

Bereits 2015 habe sie sich ohne Absprache mit Partei und ihrem damaligen Stadtratskollegen Uwe Peiker „klammheimlich“ der Grünen-Fraktion angeschlossen. Dennoch habe die Wahlversammlung ihr bei der Nominierung eine zweite Chance und den aussichtsreichen Listenplatz zwei gegeben, nachdem Schiele künftige Wechselspiele ausgeschlossen habe.

Linke-Kreisvorstand: Unglaubwürdig und verantwortungslos

Der von Schiele genannte Austrittsgrund, mit der neuen Linken-Stadträtin Eva-Maria Glathe-Braun sei eine Zusammenarbeit unmöglich, nennt der Vorstand unglaubwürdig. „Vielmehr drängen sich eklatant persönliche Motive für ihren verantwortungslosen Schritt auf, mit dem sie nicht nur die Mitglieder ihres Kreisverbands täuscht, sondern – schlimmer noch – alle Wähler betrügt, die ihr auf der linken Liste ihre Stimme gegeben haben.“ Deshalb fordert der Kreisvorstand Schiele auf, ihr Mandat sofort zurückzugeben. Was nach Mitteilung des Ulmer Wahlamts nicht möglich ist. Die Stimmen seien an die Kandidatin gebunden – auch bei einem Parteiaustritt, heißt es dort.

Doris Schiele wehrt sich gegen Vorwürfe

In einer am Freitagabend verschickten Mitteilung erklärt Schiele,  „dass ich zur Konstituierung des Gemeinderats nicht der Grünen-Fraktion beitreten werde und auch parteilos bleibe“. Es sei ihr wichtig, dies klarzustellen, um den Vorwurf zu entkräften, sie habe schon bei der Nominierung einen Parteiwechsel geplant. „Das ist falsch, ich habe gekämpft, Fraktionsstärke für die Linke zu erreichen und war gewillt, mit meiner Spitzenkandidatin zusammenzuarbeiten. Leider hat sich Letzteres als unmöglich erwiesen und das Erste ist gescheitert.“ An diesem Scheitern habe die fehlende Teamfähigkeit Glathe-Brauns einen Anteil. Gegebenenfalls werde sie eine Zählgemeinschaft mit einer Fraktion eingehen.

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