Geht es nach dem Landessportverband Baden-Württemberg (LSV), hat das Ulmer Donaustadion gute Karten für eine grundlegende Sanierung und Modernisierung. In einem internen Papier des LSV, das der SÜDWEST PRESSE vorliegt, steht das Donaustadion in einer Aufstellung größerer Infrastrukturprojekte an erster Stelle.
Mitte Mai war Sport-Staatssekretär Volker Schebesta zu Gast in Ulm gewesen und hatte sich ein Bild vom Donaustadion gemacht. Vor allem geht es darum, das Stadion so zu modernisieren, dass es wieder für Deutsche Leichtathletikmeisterschaften und Europäische Jugendmeisterschaften in Frage kommt. Denn der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) hält große Stücke auf Ulm als Ausrichter, doch weder genügt die Sitzplatz-Kapazität des Donaustadions noch entspricht die Infrastruktur heutigen Ansprüchen.
Bereits 2014 hatte die Stadt eine Studie in Auftrag gegeben. Zwei Alternativen wurden geprüft: Abriss und Neubau der Haupttribüne und neuer Infrastruktur – oder Sanierung plus Tribünen-Anbau. 20 Millionen Euro wären in jedem Fall zu investieren.

Nicht ohne Landesmittel

Dem Vernehmen nach wäre die Stadt nur bereit, über eine Sanierung nachzudenken, wenn es Landesmittel in relevanter Größe gibt. In der mittelfristigen Finanzplanung des Landes sind zwar keine Mittel vorgesehen. Aber im Zuge der Haushaltsplanung für 2020/2021 werde in Stuttgart über ein Programm für den überregionalen Sportstättenbau nachgedacht, hatte Staatssekretär Schebesta gesagt.
In Stuttgart werde über das Thema gesprochen, hatte OB Gunter Czisch bestätigt, aus beiden Fraktionen der grün-schwarzen Landesregierung kämen ermutigende Signale – bei allem Gesprächsbedarf. Der Ulmer  SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir erklärte jetzt zudem, die Sozialdemokraten würden für ein Förderprogramm überregional bedeutsamer Sportstätten für den nächsten Doppelhaushalt 2020/2021 je 40 Millionen Euro beantragen.
Auf der Liste des Landessportverbands stehen außer dem Ulmer Donaustadion elf Projekte, paritätisch aus allen Landesteilen: vom Neubau von Großsporthallen in Balingen-Weilstetten, Bietigheim und Metzingen sowie eines Sportbads in Cannstadt über die Sanierung der Skisprungschanzen Baiersbronn und Schonach, der Paul-Horn-Arena Tübingen und der Eishalle Villingen-Schwenningen bis zum Ausbau der Fußballstadien in Heidenheim und Sandhausen und der Erweiterung der Sporthalle Heilbronn.

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