Fast jedes Jahr ist der August der Monat der Sternschnuppen – auch 2022: Denn der Meteorstrom der Perseiden zieht vorbei und gilt als der ergiebigste des ganzen Jahres. Um den Schwarm der Perseiden zu sehen, sollten Schaulustige nach Angaben der Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland nach Osten schauen. „Ihren theoretischen Höhepunkt erreichen die Perseiden am frühen Morgen des 13. August gegen drei Uhr“, sagt der Vorsitzende Sven Melchert.
Sternengucker könnten normalerweise etwa 30 bis 50 Meteore pro Stunde wahrnehmen. Durch den vom Vollmond aufgehellten Himmel werde man dieses Jahr aber nur einen Blick auf die hellsten Exemplare erhaschen können.

Perseiden 2022 sehen: Das empfiehlt Experte Werner Kiesle

Werner Kiesle von der Sternwarte Laupheim empfiehlt, ein Fernglas mitzunehmen. „Dann kann man den Sternschnuppen besser nachschauen und Details besser sehen, die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann.“
Wer kein Fernglas hat, sollte sich unter den Sternenhimmel legen, etwa in einen Liegestuhl oder auf eine Decke, und nach oben schauen: „So kann man die Kulisse am besten genießen.“
Der helle Vollmond sei dieses Jahr in der Tat ein Problem, betont Kiesle. Man habe aber trotzdem auf jeden Fall die Chance, Sternschnuppen zu sehen.

Ulm: Wo sehe ich die Sternschnuppen am besten?

In Ulm gibt es den besten Blick auf allen Anhöhen und Bergen, erklärt Kiesle. Gute Aussichten hat man voraussichtlich am oberen Berghof und am Hochsträß. Auch an der Wilhelmsburg könnte es romantisch werden. Aber auch in der Stadt gibt es die Chance, das Himmelsschauspiel zu beobachten, vorausgesetzt es sind keine störenden Lichtquellen, wie etwa Straßenbeleuchtung, in der Nähe.

Perseiden 2022: So wird das Wetter in Ulm

Die Wettervorhersagen für den Höhepunkt der Perseiden-Saison am frühen Morgen des 13. August sind gut. Der Himmel soll klar werden, es gibt wohl nur wenige Wolken. Die Meteorologen sagen für die Nacht 16 Grad voraus.
Werner Kiesle empfiehlt, bereits um 2 Uhr nach oben zu blicken: „Vom Westen her sieht man Saturn, Jupiter, Mars und sogar die Venus. Das wird eine wirklich schöne Bahn am Himmel.“ Toll sei auch, dass der Höhepunkt des Himmelsspektakels auf den Samstagmorgen falle: „Da haben viele Leute Zeit.“

Woher kommen die Perseiden im August?

Ihren Namen haben die Perseiden, weil sie dem Sternbild Perseus zu entspringen scheinen. Die Erde fliegt auf ihrer Bahn um die Sonne durch Wolken kleiner Trümmer, die Kometen auf ihrer jeweiligen Bahn hinterlassen. Der verursachende Komet der Perseiden heißt 109P/Swift-Tuttle. Er ist 1862 entdeckt worden und braucht für seine Umlaufbahn um die Erde rund 133 Jahre.
Im Volksmund heißen die Perseiden auch „Tränen des Laurentius“ nach dem Märtyrer Laurentius, der am 10. August 258 nach Christus auf glühendem Rost zu Tode gefoltert wurde.

Sternschnuppen – Glück und Unglück?

Warum wünschen wir uns eigentlich etwas, wenn wir eine Sternschnuppe sehen? Früher sahen die Menschen in den Sternen göttliche Lichtfunken und Sternschnuppen selbst galten als Dochte, die beim Putzen der Himmelskerzen durch Engel herunterfielen.
In anderen Gegenden hingegen deuteten sie auf Unheil hin: Beispielsweise in der Mongolei. Dort zeigen sich in Sternschnuppen die Seelen Verstorbener auf der Reise ins Jenseits. Im Indischen Ozean glauben die Bewohner einer Insel, dass Sternschnuppen böse Geister sind, die mit Fackeln Jagd auf Menschen machen.
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