Manche Menschen, vor allem Ältere, dürften am heutigen Donnerstag, 8.12.2022, einen Schrecken bekommen haben, wenn plötzlich ein irre lautes Sirenen-Geheul einsetzt. Die Älteren, weil es sie an Luftangriffe im Krieg erinnern könnte. Die „Baby-Boomer“ der 60er-Jahrgänge, weil im Kalten Krieg Sirenenübungen, etwa vor Atomangriffen, gang und gäbe waren. Und manch junger Mensch könnte sich einfach nur gefragt haben, was dieses extrem nervige „Huuuhuuuu“-Geheule bedeutet.
Eines vorweg: Grund zur Angst besteht und bestand nicht. Die Sirenen heulten am Donnerstag im Rahmen des bundesweiten Warntages. Dabei soll in ganz Deutschland ein Probealarm mit verschiedenen Systemen stattfinden, um zu testen, ob das komplette Paket an Warnsystemen vor Unglücken und Katastrophen, wie etwa der Flutwelle im Ahrtal, funktioniert.
Zu den heute getesteten Warnsystemen gehören unter anderem:

Am 8.12.2022 ist Warntag mit Sirenen-Alarm

Doch was sind Sirenen, und was bedeuten die Signale? Sirenen sind akustische Warnsysteme, die früher, als es noch keine Handys gab, auf Dächern installiert waren, um die Bevölkerung vor Katastrophen und Notfällen zu warnen. Sie wurden vor allem mit Ende des Kalten Krieges im Laufe der 90er Jahren zunehmend abgebaut, weil man auf modernere Techniken setzte.
Allerdings zeigte sich, dass Funk, Apps und andere digitale Warnsysteme fehleranfällig oder gar untauglich sind - etwa bei Stromausfällen. Deswegen wird seit einigen Jahren wieder ein Aufbau der Sirenen gefördert. Vom Bund gibt es seit 2021 ein „Sonderförderprogramm Sirenen“.

Wie funktionieren Alarm-Sirenen?

Es gibt verschiedene Techniken. Alte, klassische Sirenen erzeugen einen extrem lauten und weit hörbaren Heulton mittels eines elektrisch betriebenen Rotors in einem Gehäuse, der Luft verwirbelt. Je nach Geschwindigkeit des Rotors schwillt dieser Ton langsam an oder ab und ermöglicht so verschiedene Ton-Muster - die Signale.
Sie dienen unter anderem
  • zur Alarmierung der Feuerwehr
  • für Katastrophenwarnungen
  • für Sirenenproben - die Geräte müssen regelmäßig geprüft werden
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Was bedeuten die Sirenen-Signale?

Sirenensignale unterscheiden sich teilweise regional. Aber grundsätzlich gelten in ganz Deutschland drei wesentliche Signale für Notfall-Lagen. Die Sirenensignale im Einzelnen:
  • „Warnung vor herannahender Gefahr“: Hier wird ein drei Minuten langer, gleichbleibender Dauerton erzeugt. Er bedeutet, dass die Menschen unter anderem sich via Radio, Fernsehen, Internet informieren sollen, was geschehen ist.
  • Alarm - Hier besteht schon eine konkrete Gefahr: In diesem Falle ist eine Minute lang ein an- und abschwellender Ton zu hören. Jetzt sollen die Menschen schützende Bereiche oder Räume aufsuchen und auf Hinweise der Behörden achten.
  • Entwarnung: Sie steht für das Ende der Gefahr. Dann wird eine Minute lang ein Dauerton abgespielt. Dennoch soll die Bevölkerung sich über die Lage informieren
  • Sirenenprobe: Sie dient der Prüfung der Anlagen und wird in der Regel durch einen Ton signalisiert, der binnen 15 Sekunden einmal an- und abschwillt.

Das sind die Sirenen-Signale am Warntag, 8.12.2022

In den teilnehmenden Kommunen wurde teilweise mittels eines einminütigen auf- und abschwellenden Heultones gewarnt. Die anschließende Entwarnung erfolgt – ganz regelkonform – mittels eines einminütigen Dauertons.