Wende im Prozess um den mutmaßlichen Bombenbauer Klaus S. (66) aus Wiblingen: Er kam am Montag frei. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Die Anwälte des mutmaßlichen Bombenbauers, Steffen Lindberg und Jörg Becker, hatten ein neues Gutachten vorgelegt, das zum Ergebnis gekommen war, dass „ein anderer Täter sein muss.“
Der Rentner Klaus S. hatte wiederholt seine Unschuld betont. Auch zu Prozessbeginn hatte er die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft von sich gewiesen

Gutachten zieht Indizien in Zweifel

Klaus S. wird vorgeworfen, im Februar drei Paketbomben verschickt zu haben. Eines ging an die Wild-Werke in Eppelheim, eines zur Lidl-Zentrale in Neckarsulm und eines zu Hipp in Pfaffenhofen. Vier Menschen wurden durch den Sprengstoff verletzt.
Das neue Gutachten soll mehrere Indizien widerlegen. So zieht es in Zweifel, dass ein Spürhund noch Wochen nach der Tat eine Spur zum mutmaßlichen Bombenleger erschnüffeln konnte. Auch die Katzenhaare, die in einem Paket gefunden wurden, sollen nicht von Tieren aus dem persönlichen Umfeld des Wiblingers stammen. Wie die „Bild“ betont, sollen in einem Paket auch menschliche DNA-Spuren sichergestellt worden sein, die nicht vom Angeklagten stammten. Der Haftbefehl gegen Klaus S. wurde aufgehoben. Für den Rest des Prozesses bleibt frei.