Tübingen: Neunter Kandidat für die OB-Wahl

Schwäbisches Tagblatt
.Für die Tübinger Oberbürgermeister-Wahl am 23. Oktober hat ein neunter Bewerber seine Unterlagen bei der Stadtverwaltun g abgegeben. Er heißt Christian Henning Georg Horn, nennt sich aber wie seine Email-Adresse „strictlynocomment“ (auf Deutsch: gar kein Kommentar). Er bezeichnet sich selbst als „Grünen-Stammwähler mit Sympathie für die Linke“, war nach eigenen Angaben sechs Jahre bei der Piraten-Partei und gehört nun der Partei der Humanisten an. Er zeigt sich auf einem Foto mit langer schwarzer Kutte und bezeichnet sich als Priester der Religionsparodie des „Fliegenden Spaghettimonsters“.
Der 53-Jährige beschreibt seinen Lebenslauf so: Er stammt aus Rosenheim, wuchs in Geretsried und Eichstätt auf, war bei der Bundeswehr und hat „breitgefächerte Berufserfahrungen. Aktuell passen die Berufsbezeichnungen freier Journalist und Permakultur Designer am besten.“ Mit 44 Jahren begann er ein Studium der Soziologie, Jura sowie Politikwissenschaften in Tübingen. Derzeit sei er wohnsitzlos, für Post gibt er eine Adresse in Ammerbuch an, manchmal auch den Polizeiposten in Entringen.
Als Oberbürgermeister will Horn „die Stadt an das Anthropozän anpassen“, zum Beispiel an Starkregenereignisse. In seinen Mails an die Redaktion schickte Horn Petitionen an den Bundestag. Dieser solle unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz und dem Querdenker Michael Ballweg die Grundrechte aberkennen.