Joachim Steyer, Kandidat der Alternative für Deutschland (AfD) zur Landtagswahl am 14. März im Wahlkreis Hechingen-Münsingen, ist sauer: Sowohl in Burladingen, genauer gesagt im Stadtteil Melchingen, als auch in Metzingen wurden im Laufe der vergangenen Wochen AfD-Plakate abgehängt beziehungsweise zerstört.

Bekennerschreiben von „Antifa-Kampagne“ liegt vor

Hinsichtlich der Zerstörungen in Metzingen bekannte sich inzwischen die Antifa m Internet zu der Tat (https://antifa-kampagne.info/rt-am-13-02-gegen-den-afd-wahlkampf-in-metzingen/).
Joachim Steyer seinerseits hat bei der Burladinger Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. In einer Presseerklärung schreibt der AfD-Kandidat: „In Schorndorf wird ein Landtagskandidat der AfD ins Krankenhaus geprügelt und in Reutlingen kann die Polizei nur mit Mühe Gewalt gegen AfD-Wahlkämpfer an einem Infostand verhindern – der Landtagswahlkampf 2021 zeigt auf beklemmende Weise, dass der Linksextremismus ein viel zu lange vernachlässigtes Problem ist. Systematische Plakatzerstörungen bestätigen diesen Eindruck. Es wird daher höchste Zeit, dieses Problem anzupacken und solche Strukturen endlich nicht mehr noch zusätzlich mit Steuergeld unter dem Deckmantel des ‚Kampfes gegen Rechts‘ zu finanzieren.“

Bei der Europawahl wurden AfD-Plakate zerstört

Auf Nachfrage erklärt der Burladinger am Telefon, dass die Wahlplakate der AfD nicht zum ersten Mal allesamt abgehängt wurden – allein in Melchingen seien es jetzt wieder zirka 20 Stück gewesen. Und Steyer erinnert sich: „Bei der Europawahl wurden unsere Plakate noch zerstört… jetzt eben komplett entfernt.“
Das erzürnt Joachim Steyer: „Undemokratischer geht’s nicht.“ Und er ergänzt: „Gehandelt“ hätten hier genau die Leute, „die dann für die Demokratie auf die Straße gehen“. Die AfD mal wieder in der Opferrolle?, fragt Steyer selbst rhetorisch nach. Nein, stellt er klar – aber er wundert sich sehr. Man müsse doch „in der Sache miteinander streiten können“, ohne zu solchen Aktionen auszuholen.

Steyer glaubt nicht an eine Hass-Attacke

Kein Verständnis kann der Burladinger dafür aufbringen, dass „man gar nicht mehr miteinander redet und einander respektiert“. Man müsse doch, findet Steyer, „nicht einer Meinung sein“, die des Gegenüber aber dennoch akzeptieren können.
Ob sein Team und er neuerlich Wahlplakate aufhängen werden? „Ja. So lange wir noch welche haben.“ Natürlich auch in Melchingen. Ob sich der Hass dort speziell gegen ihn richtet? Das glaubt Joachim Steyer nicht. Den „Fanatikern aus der linken Szene“ gehe es um die AfD. Er, Steyer, kenne niemanden, „der mir so feindlich gesinnt ist“. Zu „90 bis 95 Prozent werde er sowohl von den Medien als auch von der Bürgerschaft „korrekt behandelt“.
Zu guter Letzt: Ob die Entfernung und/oder Zerstörung der Plakate seinem Wahlkampf beziehungsweise dem der Alternative für Deutschland schade? Das glaubt der Burladinger Joachim Steyer nicht: „Die Wählerinnen und Wähler haben sich ihre Meinung längst gebildet.“

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Das postet die Antifa-Kampagne

In dem mit zahlreichen Bildern bestückten Post zur Zerstörung der AfD-Wahlplakate heißt es: Am Wochenende reisten AntifaschistInnen aus Tübingen nach Metzingen, um dort den AfD-Wahlkampf zu stören und die Stadt zu verschönern… Die AfD hat unsere Ankündigung, sie auch diesen Samstag wieder zu stören, wohl ernst genommen und ist nun schon zum dritten Mal in Folge erst gar nicht auf dem Reutlinger Marktplatz aufgetaucht.

Nachdem wir letztes Wochenende die Reutlinger Innenstadt antifaschistisch verschönert haben, war heute kurzerhand Metzingen, die Nachbarstadt, dran. Wir haben uns also das neu eingetroffene Kampagnenmaterial eingepackt, sind nach Metzingen weitergefahren und haben Plakate und Sticker geklebt.

Während unserer Anwesenheit in Metzingen minimierte sich auch die Anzahl der AfD-Wahlplakate
deutlich.
Das hat uns sehr gefreut.

Ihr habt bei euch in der Stadt AfD-Propaganda gesichtet? Dann werdet kreativ aktiv und checkt die Materialien der Kampagne „antifascist action! – Gegen rechte Krisenlösungen“ (antifa-kampagne.info) aus. Unsere Wahl bleibt Antifa – 365 Tage im Jahr!