Was macht US-Cars so interessant? Sind es die unverwechselbaren Karossen, die noch nicht europäisch-japanisch-koreanisch-stromlinenförmig sind? Oder ist es die unbändige Kraft der Motoren, die aus riesigem Hubraum gewonnen wird? Oder ist es das Blubbern eines V8 mit 5,2 Litern? Nur eine Antwort gibt es nicht, alles spielt eine Rolle.
„Mit so viel Interesse hätte ich nie gerechnet“, sagt Nino Sheikh, der das Treffen am Edeka-Markt organisiert hat. Der Platz für die Amis reicht kaum aus. Um die 70 Fans dieser amerikanischen Traumwagen stehen zur Besichtigung bereit. Gern werden Motorabdeckungen geöffnet, um das im Vergleich mit einem deutschen Kleinwagen gigantische Aggregat erlebbar zu machen. Die Zuschauer gucken nicht nur, sie sprechen die Aussteller an, und ihre Fragen werden meist ausführlich beantwortet.

Über 70 US-Cars kommen in Ilshofen zusammen

„Ein Jahr habe ich gesucht. Dann habe ich ein Oldsmobile, Baujahr 1968, 5,7 Liter mit V8-Motor kaufen können“, sagt Mitorganisator Marco Schieber. 17.000 Euro hat er für das kanadische Modell auf den Tisch blättern müssen. Dafür ist der Motor nahezu unverwüstlich. Immerhin 15 bis 16 Liter Super mit Bleizusatz schluckt der Wagen bei mäßiger Fahrweise. „80 bis 100 km/h, das reicht. Wir cruisen, rasen aber nicht“, lautet sein Credo. Das H-Kennzeichen sorgt dafür, dass die jährliche Steuer mit 191 Euro erschwinglich bleibt. Ein Dodge Ram, ein schwarzer Pickup, das ist das Gefährt von Nino Sheikh. Sein Freund hat eine Werkstatt in Dörrmenz, da konnte der 2011 mit Motorschaden erworbene Schlitten günstig repariert werden. Er selbst ist längst ein Schrauber geworden.
„Dass so viele Leute kommen, übertrifft unsere Erwartungen. Beim letzten Treffen waren es um die 40 Autos“, so Sheikh. Per WhatsApp und Facebook verabredet man sich. Auch die drei Kreiszeitungen hätten ihren Teil zum Erfolg beigetragen.
Aus Sulzdorf ist Familie Münz gekommen. Tochter Hannah interessiert sich für die USA, Sohn Elias für die Autos. Mutter Silvia vermisst zwar die richtig großen Straßenkreuzer, wie sie sie aus dem Film „Blues Brothers“ kennt, ist aber trotzdem begeistert. Vor einer weißen Corvette steht Karl Kümmerer aus Cröffelbach. „Traumautos“, schwärmt er. Selbst hat er nie einen Ami gefahren. Früher aber einen Ford Capri. „Ich wäre froh, wenn ich den noch hätte“, meint er wehmütig.
Sylvie Höhler aus Großrinderfeld und ihr Mann haben je einen Ami-Schlitten. Einen Camaro ZL1 und eine Corvette C7 Z06. „Wir haben hier gute Freunde gefunden“, sagt die Frau. Und blickt auf die Crailsheimerin Martha Skwara. Die ist mit ihrem Mann Gregor Grzelak in einem weißen Camaro angedüst. „Im Unterhalt sind die US-Autos nicht teurer als vergleichbare deutsche Autos“, meint der Experte. Allerdings fährt er den Camaro, wie auch Höhlers ihre Wagen, nur im Sommer. „Für den Winter haben die zu viel Power. Und Hinterradantrieb“, führt Grzelak aus. Da wird in ein günstiges Winterauto umgestiegen. „Das Autowaschen wird zelebriert. Unsere Amerikaner waren noch nie in einer Waschstraße. Die Felgen werden in Handarbeit poliert“, versichert Sylvie Höhler. Das zeigt, dass sie ihr Auto wirklich liebt.
Gegen 14 Uhr startet die Ausfahrt. Sie  führt über Obersteinach, Braunsbach, Kocherstetten, Mulfingen, Niederstetten, Rot am See und Kirchberg zum Ziel bei Familie Fundis in Saurach. Unterwegs erheischt die Kolonne staunende Blicke.