Die Sonne scheint in den Haller Hospitalhof. Unter den Sonnenschirmen an den Tischen in der Mitte genießen die Besucher am Samstagnachmittag veganen Kuchen zum Kaffee mit Sojamilch. Ringsum sind Stände von Menschenrechts- und Tierrechtsorganisationen sowie Umweltgruppen aufgebaut. Auf der Bühne singt Peter Wasserhoven, begleitet von Andreas Roming an der Gitarre – gemeinsam sind sie die Band Guilty – den Leonard-Cohen-Klassiker „Hallelujah“. Manche Besucher wiegen sich im Takt der Musik, andere tanzen auch ein bisschen. Entspannt, gut gelaunt und familiär geht es zu beim mittlerweile sechsten Haller Umweltfest.
„Es läuft super, wir sind total zufrieden“, sind sich Anita Renner und Beate Häberle von der Haller Aktionsgruppe Menschen für Tierrechte, die das Fest veranstalten, einig. Beim Aufbau in der Früh ab 8 Uhr habe es noch nach Regen ausgesehen, erzählt Anita Renner von anfänglichen Bedenken. Doch längst hat sich die Sonne durchgesetzt. „Und inzwischen sind uns sogar die Salate ausgegangen“, sagt Beate Häberle glücklich über die gute Resonanz des Festes.

Mehr Akzeptanz für vegane Kost

Ein buntes Fest-Banner, das Jutta Lamprecht aus Winzenweiler gestaltet hat, prangt überm Hospitalhof. So farbenfroh und vielfältig ist auch das Angebot veganer Speisen, Getränke und Eis – also ohne tierische Zutaten. Vegane Kost werde immer mehr akzeptiert, stellt Anita Renner fest. Mit dem kulinarischen Angebot verbindet die Haller Gruppe Menschen für Tierrechte nämlich auch Information und ihr Anliegen, das sie mit den anderen beteiligten Organisationen verbindet: Dass alle Lebewesen auf der Erde gut leben können. Demnach gehen Tier- und Umweltschutz auch durch den Magen.
Dazu tragen viele Mitstreiter und Freunde bei. Beispielsweise auch Nadine Glöckner aus Oberkochen. Sie hat vegane Blaubeer-Muffins gebacken und nach Hall mitgebracht. „Ich habe Mandelmilch verwendet und anstatt des Eis, eine Banane“, erklärt sie. Zwar lebe sie nicht ganz vegan, aber schon seit vielen Jahren vegetarisch – „das ist eigentlich gar nicht schwer“, sagt sie. Mit dabei ist auch ihre Stiefmutter Gabi Glöckner aus Lauchheim. Sie habe es zwar noch nicht geschafft, Vegetarierin zu werden, aber das Thema beschäftigt sie. Regelmäßig besuche sie das Vegan-Brunch in Aalen, eine monatliche Veranstaltung, und entdecke viele neue kreative Rezepte – „aber ich mache das ganz langsam“, sagt Gabi Glöckner.
Der jüngste Lebensmittelskandal um die mit dem Insektizid Fipronil belasteten Eier ist indes an den Ständen im Hospitalhof kaum ein Thema. „Die Leute sind inzwischen abgestumpft“, so die Beobachtung der Engagierten vom Infostand der Tierrechtsinitiative Region Stuttgart. „Wir lehnen die Haltung von Tieren aber komplett ab“, lautet ihr grundsätzliches Statement.
Beim Umweltfest geht es aber auch um Menschenrechte: Am Stand von Amnesty International werben Wolfgang Lohner aus Ellwangen und Janine Scheible aus Halle unter anderem dafür, sich per Unterschrift für die Freilassung zweier führenden Vertreter der türkischen Amnesty-Sektion,  Idil Eser (Direktorin) und Taner Kiliç (Vorstandsvorsitzender), einzusetzen.
Schon häufiger hatten sich Birgit Poller und Wolfgang Spitzley aus dem Mainhardter Teilort Eulhof vorgenommen, das Haller Umweltfest zu besuchen. „Aber immer war etwas dazwischen gekommen, oder wir hatten keine Zeit“, erklärt Spitzley. Die beiden betreiben seit fast zehn Jahren daheim in ihrer Freizeit einen Gnadenhof und sind häufiger bei Notfall-Einsätzen gefragt. Heuer hat es aber geklappt. „Wir haben das Frühstück ausfallen lassen, und haben uns jetzt hier durchgefuttert“, sagt Birgit Poller lachend – „es war klasse“.

Vielfältige Informationen im Hospitalhof

Am Haller Umweltfest nehmen verschiedene Gruppen teil, die sich für Gerechtigkeit im Umgang mit Tieren und Menschen sowie für den Erhalt der Umwelt einsetzen. Diese sind: Die Amnesty-International-Gruppen aus Hall und Ellwangen, die Haller Aktionsgruppe der Organisation Animal Rights Watch (Ariwa) Baden-Württemberg, der Dritte-Welt-Laden Hall, Elli‘s und Sofia‘s Kinderbastelecke, der Freundeskreis Asyl Schwäbisch Hall, die Haller Gruppe des Vereins Menschen für Tierrechte, Tierversuchsgegner, die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd, Snackbar 12 (Smoothie-Bar), die Tierrechtsinitiative Region Stuttgart (TiRS), Vergger’s, sowie Fides Hugen mit traditionell afrikanischen und hawaiianischen Frisuren.