Derart tiefe Einblicke in den Touralltag einer Rock’n’Roll-Band gewährt sonst kaum ein Musiker. Doch bei Wolfgang Niedecken, Sänger und Frontmann der Kölschrock-Veteranen BAP, ist alles ein bisschen anders. Auf der Bandhomepage (www.bap.de) hat Niedecken sein handschriftlich geführtes Tagebuch online gestellt.
Auch über den Stopp der Truppe in Ilshofen am 18. November hat sich der 65-Jährige einige Gedanken gemacht. Die gut 1000 Besucher des Konzertes erfahren so zum Beispiel, dass die gute Laune Niedeckens in der Hohenlohe Arena nicht gespielt gewesen sein dürfte. Den Auftritt bezeichnet er als „perfekten Gig“.
Interessant auch, dass er sich beim Anblick des Auftrittsortes („mitten in der Pampa“) an Texas erinnert fühlt (womöglich, weil die Rinderunion Eigentümerin der Veranstaltungshalle ist?). „So stelle ich mir jedenfalls die Jackson Browne/Running on Empty-Szenerie vor“, hält Niedecken in seinem Tagebuch fest.
Übrigens: Von „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“ ist im Bap-Tourtagebuch wenig zu lesen. Breiten Raum nimmt bei Niedecken dagegen die Kommentierung der Fußball-Bundesliga ein, vor allem die Situation beim heiß geliebten 1. FC Köln und die Gewissensfrage, wie man es mit dem Höhenflug des Retortenclubs RB Leipzig halten soll.