Die Überraschung stand Werner Ruck ins Gesicht geschrieben, als er die Delegation erblickte, die bei der Weihnachtsfeier des Liederkranzes Schrozberg im Vereinsheim der Wandergermanen bereits auf ihn wartete. Brigitte Schmidt, die zweite Vorsitzende, hatte den passenden Rahmen für das „besondere Weihnachtsgeschenk“, die Verleihung der Landesehrennadel, schon stimmungsvoll vorbereitet.

„Für das Wohl von uns allen“

„Womit habe ich das verdient?“, fragte der Geehrte in den Raum, und Bürgermeisterin Jacqueline Förderer gab darauf die passende Antwort, nämlich aufgrund des weit überdurchschnittlichen Engagements Rucks für die Musik „und damit für das Wohl von uns allen – für Ihre Nachbarn, für die Menschen in Ihrer Umgebung und für die kulturelle Vielfalt der Stadt Schrozberg“. In der Tat sind die Verdienste Rucks beachtlich, wie Förderer weiter ausführte: „Bei den verschiedensten Anlässen bereichern der Gemischte Chor sowie der Männerchor mit ihren Auftritten bei Festen und Feiern wie dem Jacobi-Sommerfest, dem Weihnachtsmarkt oder in den Kirchengemeinden das Zusammenleben.“ Werner Ruck ist seit 1995 Vorsitzender und hat sich nach und nach weitgehend autodidaktisch auch als Chorleiter fortgebildet und betätigt.
Damit ist er heute der Repräsentant des Schrozberger Chorgesangs schlechthin, und dies findet seine Fortsetzung in seinem Mitwirken beim Vokalensemble „Via Classica“. Werner Ruck stammt aus Feuchtwangen. Seine Liebe zur Chormusik führt er auf eine frühe Kindheitsprägung zurück, denn schon in seiner Familie sei viel gesungen worden, begünstigt durch das Erlernen des Trompeten- und Akkordeonspiels.
„Ein Gegengewicht zu meiner Tätigkeit als Exportleiter einer Schrozberger Firma“, meint er, „und zugleich eine sinnvolle Ergänzung“, denn seine als Fremdsprachenkorrespondent erworbenen Sprachkenntnisse führten 1992 zur Chorfreundschaft mit dem französischen Chor aus Conlie bei Le Mans, deren 25-jähriges Bestehen 2017 gefeiert wurde.
Gerhard Hauf, Vorsitzender des Sängergaus Hohenlohe, gab dem Multifunktionär Ruck noch auf den Weg, „dranzubleiben, auch wenn’s manchmal etwas hagelt“, womit er Chorproben meinte, die nicht immer leicht durchzuführen sind, und „junge Leute zu integrieren, auch wenn dies unheimlich schwierig ist“.
Obwohl er eingestand, „einigermaßen sprachlos zu sein“ und von der Ehrung überwältigt, sprach Ruck in seiner Dankesrede an, dass er selbst immer noch hinzulerne, und bezog dies auch auf das jüngste Konzert beim Weihnachtsmarkt in Schrozberg mit dem Zusammenwirken aller Musikgruppen auf der Bühne.
Ganz in seinem Element, gab er schon einen Ausblick auf den nächsten Auftritt des Gemischten Chores am Heiligen Abend in der evangelischen Kirche. Dann war es Zeit für Geschenke – auch hier hatte Brigitte Schmidt vorgesorgt, und Chorsänger Gerhard Bundschuh kündigte das Kommen des Nikolaus’ an, der mit einer launigen Rede den Geehrten nochmals hochleben ließ und seine Sorgen ansprach. „Wo krieg ich bloß den Nachwuchs her?“ wäre eine solche, und zur Antwort zog er zwei Backformen aus seinem Sack. Wenn sie nicht von selber kämen, solle er sie sich eben backen, „du brauchst es aber nicht zu übertreiben“.
Natürlich trat Werner Ruck dann noch ans Dirigierpult, und mit Adventsliedern klang die denkwürdige Weihnachtsfeier des Liederkranzes aus.

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