Der Fall und der Prozess um ein erst knapp zwei Jahre altes Kind, das im Herbst 2021 in Bopfingen vom Lebenspartner seiner Mutter brutal getötet worden war, erschütterte viele Menschen. Jetzt gibt es noch einmal eine überraschende Wendung: Nachdem der 33 Jahre alte Täter im Mai 2022 verurteilt worden war, muss auch die Mutter des an seinen schweren Verletzungen gestorbenen Kindes vor Gericht, melden die „Rieser Nachrichten“.

Anklage gegen Mutter des getöteten Kindes in Bopfingen

Das Portal berichtet, ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen habe auf Anfrage mitgeteilt, dass man nun auch Anklage gegen die Mutter erhebe. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen werfe ihr „Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassung“ vor.
Nach Angaben des Sprechers sei die Mutter nicht gegen die massive Gewalt eingeschritten, obwohl sie gewusst habe, dass ihr Lebensgefährte das Kind misshandelte. Der Prozess solle Ende November 2022 vor dem Amtsgericht Ellwangen stattfinden.
Schon während des Prozesses hatte es immer wieder geheißen, die Mutter habe sich nicht groß um das Kind gekümmert, eine Verteidigerin hatte ihr deswegen im Plädoyer eine Mitschuld vorgeworfen.

Kind in Bopfingen zu Tode misshandelt

Damit setzt sich die Aufarbeitung des traurigen Falles auch nach dem ersten Urteil fort. Was war im Herbst 2021 geschehen? Der 33-Jährige hatte das Kind in Bopfingen massiv misshandelt. Das Kind hatte Verletzungen am ganzen Körper und sogar Bisswunden. Er trat dem kleinen Jungen unter anderem so heftig in den Bauch, dass er am 21.10.2022 schließlich an einem Darmabriss im Krankenhaus starb.

14 Jahre Haftstrafe für den Angeklagten

Die Mutter hatte mit ihrer Familie und einem anderen Partner zuvor im Landkreis Schwäbisch Hall gelebt, später zog sie mit dem neuen Partner in eine Wohnung in Bopfingen, wo sich das tödliche Drama im Oktober 2021 ereignete. Im Mai 2022 wurde der ehemalige Lebensgefährte der Mutter wegen Totschlags zu einer 14 Jahre langen Hafstrafe verurteilt. Mit der Anklage gegen die Mutter geht die Aufarbeitung des Falles weiter.