„Wir haben erst kürzlich unabhängig voneinander festgestellt, dass es eine gute Entscheidung war, nach Obersontheim zu ziehen“, stellt Alexander Fust fest und lächelt seiner Frau Julia zu. Die beiden sind Anfang der 1990er-Jahre als Kinder mit ihren Eltern aus Kasachstan nach Deutschland übergesiedelt. „Wir haben uns schon in der Grundschule in Sulzbach kennengelernt. Er war eine Klasse über mir, obwohl wir gleich alt sind, aber mein Deutsch war damals noch nicht so gut“, erinnert sich Julia Fust.

Zentrale Lage

Den Entschluss in Obersontheim zu bauen, haben sich die beiden wohlüberlegt. Am wichtigsten war ihnen die Lage. „Unser Wohnort sollte zentraler zu Hall, Crailsheim und Ellwangen sein, da passt Obersontheim perfekt. Von Sulzbach war es immer schwierig, ohne Auto nach Hall zu kommen. Da war man zwei Stunden hin und zwei Stunden zurück unterwegs“, denkt Alexander Fust an seine Jugend. „Die Busverbindungen hier sind top“, stellt er fest. „Ich bin schon mal samstags ganz allein mit meinen Freundinnen nach Hall gefahren“, wirft Kira, die zwölfjährige Tochter, ein.
Was ihnen auch sehr zusagt: die Grundschule vor Ort und die weiterführende Schule in der Nachbargemeinde Bühlertann. Dort besucht Kira die sechste Klasse und im Herbst wechselt auch der zehnjährige Ben dorthin. „Die Kinder treffen sich morgens hier am Kreisel und gehen dann zusammen hinunter zur Bushaltestelle. Auch zum Einkaufen können sie schnell mal rüberlaufen, weil es so nah ist. Man braucht nicht immer das Auto“, stellt die Mutter der beiden fest. „Für einen Ort mit dieser Einwohnerzahl sind die Einkaufsmöglichkeiten mit den Supermärkten und dem Stabilo-Markt erstaunlich gut“, findet ihr Mann.
Er genießt die kleinen Radtouren mit seinen zwei Kindern. „Zum Beispiel zur Eisdiele nach Vellberg, das ist ganz easy. In Sulzbach wohnten wir am Berg. Da hätten die Kinder keine Lust gehabt, am Ende den ganzen Anstieg wieder hochzufahren“, meint er und lacht.
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Obersontheim

Fast jeden Tag draußen unterwegs

In der neuen Siedlung, wo Alexander Fusts Eltern gleich nebenan gebaut haben, haben sich die vier Fusts von Beginn an wohlgefühlt. „Hier wohnen viele Familien in unserem Alter. Die Kinder und wir haben schnell Anschluss gefunden. Kira und Ben sind fast jeden Tag mit ihren Freunden draußen unterwegs, auf dem Spielplatz hier in der Nähe oder auf der Straße“, erzählt die 35-jährige Mutter, die bei der Firma Rommelag in Sulzbach arbeitet. Auch mit dem Kinderbetreuungsangebot war sie sehr zufrieden. „Wir haben die Kinder angemeldet und bekamen rechtzeitig zum Umzug für beide einen Platz“, berichtet sie. Mittlerweile hat sie ihre Arbeitszeit erhöht und kommt am frühen Nachmittag heim. „Ich bin dann meistens schon an meinen Hausaufgaben“, ergänzt Kira, die im TSV Obersontheim bei den Dance Teens mitmacht, während ihr Bruder die E-Jugend der Fußballkids verstärkt.

Nett aufgenommen

„Fußball ist nicht so mein Thema“, räumt der Vater der beiden ein. Er habe lieber mal bei der Freiwilligen Feuerwehr vorbeigeschaut, obwohl er dort niemanden kannte und auch keinen familiären Bezug zur Feuerwehr hat. „Sie haben mich zu einer Probeübung eingeladen und total nett aufgenommen. Das hat mir sofort gefallen, auch weil wir einen jungen Kommandanten haben. Ich habe gleich mit der Grundausbildung begonnen, danach Atemschutz und Höhenrettung“, erzählt der Fertigungssteuerer bei Bausch und Ströbel. Seit 2016 ist er aktives Mitglied der Obersontheimer Wehr. Auch bei dem kürzlichen Brand einer landwirtschaftlichen Halle in Rappoltshofen war der 35-Jährige, der demnächst seine nebenberufliche Fortbildung zum technischen Betriebswirt beendet, im Einsatz.

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Teilorte hat die Gemeinde Obersontheim: Obersontheim, Untersontheim, Mittelfischach und Unterfischach. Mit rund 2300 Einwohnern ist der Hauptort Obersontheim der bevölkerungsreichste.

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