Als Direktvermarkter erzielen wir für unser Bio-Rindfleisch eine höhere Wertschöpfung als über den Handel“, stellt Martin Mayer aus Engelhofen fest. Jährlich verkauft er das zarte Fleisch von acht bis zehn Limpurger Jungrindern in 20-Kilogramm-Paketen an seine Stammkunden. „Immer mehr junge Familien bestellen bei uns. Sie können sehen, wie die Tiere auf der Weide gehalten werden. Das kommt gut an“, meint er. Seine Tiere sind so lang wie möglich draußen. „Das ist für sie am natürlichsten und ich spare die Fahrten zum Futterholen und Gülleausbringen“, betont er.

Bioland-Eier aus dem Automaten

Die Familie Gutheiß in Ummenhofen hat sich auf Bio-Eier spezialisiert. „Wir haben 400 Legehennen in zwei mobilen Ställen auf unserem Gelände“, erklärt Tobias Gutheiß. Erhältlich sind die Bioland-Eier in einem gekühlten Automaten, der direkt neben der Straße steht. „Wir haben noch nie ein einziges Ei zugekauft“, unterstreicht er. „Dann kann zu Ostern oder zu Weihnachten der Automat auch mal leer sein oder die Eier fallen etwas kleiner aus, wenn die Junghennen gerade bei uns eingezogen sind“, erklärt er. Ein Jahr bleiben die Tiere auf seinem Hof. Danach gibt er sie an Hobbyhühnerhalter ab. „Innerhalb von ein paar Stunden sind sie verkauft“, freut er sich.
Die Familie Schöll vom Buchenhof in Gründelhardt-Brunzenberg hat den Obersontheimer Markt mitbegründet. Sie verkauft ganz besonderes Brot und Gebäck. „Wir backen ausschließlich mit selber angebauten Urgetreide wie Emmer, Einkorn, ohne Zusatzstoffe“, betont Helga Schöll. Die Brote seien gerade für Allergiker, die die modernen Getreidesorten nicht vertragen, ein echter Lichtblick. „Wir haben viele Kunden, die regelmäßig bei uns bestellen und das Brot in Obersontheim abholen. Der Markt ist für uns ein wichtiges Standbein“, stellt sie fest.

Leute sind zurückhaltend

Andrea Engel vom Naturhof Engel in Bühlerzell-Schönbronn gehört auch zu den Pionieren des Obersontheimer Markts. Sie bietet Bio-Fleisch aus eigener Erzeugung und Wild an und bedauert, dass der Markt immer weiter schrumpft. „Die Kaufkraft ist zu den Supermärkten abgewandert, unsere Stammkundschaft stirbt weg und neue Kunden kommen kaum nach. Auch auf den großen Märkten in Hall Crailsheim und Ellwangen läuft es zur Zeit nicht so gut. Die Leute sind in diesen Zeiten zurückhaltend“, stellt sie fest. Zudem kann sie aus Personalmangel nicht mehr regelmäßig nach Obersontheim kommen.
Im Juli 2021 haben Elke und André Hutzenlaub ihren Hofladen in Unterfischach eröffnet. „Wir haben schon eine kleine Stammkundschaft und sind recht zufrieden“, berichtet der junge Nebenerwerbslandwirt. Am begehrtesten sind die Bio-Eier aus eigener Produktion. „Die Kunden sagen, die Eier schmecken besonders gut“, freut er sich. Vielleicht liegt es daran, dass die Hühner im mobilen Stall alle zwei Wochen auf frisches Grün umgesetzt werden. Ab Ende August haben Hutzenlaubs wieder ihren Verkaufsschlager, den Hokkaidokürbis und andere Kürbissorten im Angebot. Mit den derzeitigen Wetterbedingungen verspricht die Ernte hervorragend zu werden.

Saisonales Obst läuft gut

In Anette Schweigerts Hofladen in Mittelfischach gibt es ausschließlich Produkte anderer Erzeuger. Sehr gut laufen die Eier und das saisonale Obst: von Erdbeeren im Frühsommer bis zu Zwetschgen im Herbst. Sie bezieht es, auch Äpfel und Birnen, überwiegend aus Pfedelbach. Vor eineinhalb Jahren hat sie ihr Sortiment um Milchprodukte erweitert. „Damit der Kühlschrank im Winter nicht leer steht“, meint sie. Besonders begehrt ist der Kakao.
Familie Egelhof in Mittelfischach erzeugt in ihrer Edelbrandmanufaktur erstklassige sortenreine Obstbrände in Kleinstmengen. Die Früchte stammen überwiegend von eigenen, biologisch bewirtschafteten Streuobstwiesen. Sie werden handverlesen und gereinigt, sorgfältig eingemaischt und schonend gebrannt, um höchsten Ansprüchen zu genügen.

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