„Eigentlich kann man sagen, wir singen modernes, internationales Liedgut. Alles, was Spaß macht“, fasst Sonja Reber, Vorstandsmitglied des Gesangvereins Mittelfischach, das Repertoire des Chors „Summer and Friends“ zusammen. Als zeitlich begrenzter Projektchor wurde er zur Einweihung der Mittelfischacher Weinberghalle gegründet und sollte jüngere Leute motivieren. „Die alten, gemischten Chöre sterben langsam aus, weil das Liedgut nicht mehr ankommt“, erklärt Rebers Vorstandskollege Andreas Sommer, der damals als 16-Jähriger mitsang. „Nach dem Fest bekamen wir einen Fragebogen, wo wir ankreuzen sollten, ob wir weitersingen wollen. Es gab mehrere Antworten zur Auswahl, unter anderem: ‚Ja, regelmäßig‘. Den allermeisten hat es so gut gefallen, dass sie sich dafür entschieden haben“, berichtet Sommer und lacht.

Hin- und herkutschiert

„Am Abend des Auftritts musste ich gleichzeitig bei einem Fußballturnier in Obersontheim mitspielen. Ich wurde immer kurz vor einem Spiel nach Obersontheim gefahren und sofort danach wieder zurück nach Mittelfischach, weil nicht feststand, wann wir auftreten. Letztendlich hat alles geklappt“, erinnert sich Andreas Sommer.
Sommer wurde jüngstes Gründungsmitglied des neuen Chors – und ist nicht der einzige männliche Sänger. „Sonst wäre das nicht infrage gekommen“, stellt er klar. „So jung wie 2001 sind wir heute nicht mehr. Alle ab 14, die sich für modernes Liedgut begeistern, sind willkommen“, stellt Sonja Reber klar.
Zurzeit besteht die Gesangsgruppe aus 15 Frauen und acht Männern. Sie kommen nicht nur aus dem Fischachtal, sondern auch aus Bühlertann, Vellberg, Großaltdorf, Sulzdorf und Holenstein. Recht neu dazugekommen sind Mialy und Jörn Nagel aus dem Fischachtal. „Uns gefällt das vielfältige Repertoire. Wir fühlen uns hier immer willkommen und die Atmosphäre ist entspannt. Außerdem ist es für mich als Ausländerin eine gute Möglichkeit, mich zu integrieren und Deutsch zu sprechen – und zu singen“, betont die in Madagaskar aufgewachsene junge Frau.
Alle vier Stimmen des Chors sind gut besetzt. „Das Zahlenverhältnis Männer zu Frauen ist optimal, weil die Frauen leisere Stimmen haben. Und unsere Männer sind richtig gut“, stellt Andrea Hinterkopf, die das Vorstandstrio komplettiert, fest. Der Chor hat einen festen Stamm an Sängern. Viele Gründungsmitglieder sind dabei geblieben, haben höchstens mal eine Zeit lang wegen kleiner Kinder ausgesetzt.

Sauberes Singen ist angesagt

„Die Kontinuität ist wichtig für den A-cappella-Gesang. Der ist definitiv unser Markenzeichen und kommt beim Publikum immer richtig gut an. Aber wir haben auch Lieder mit Klavier oder Gitarre im Repertoire“, schildert Sonja Reber. „Ohne Instrumentalbegleitung kann man sich nicht durchmogeln, da muss man sauberer singen als mit Klavier“, betont Andrea Hinterkopf.
Chorleiterin Helga Sommer, die Mutter von Andreas Sommer, ist mit ihren Sängern zufrieden. „Wir haben sehr gute Stimmen und es ist wirklich eine tolle Truppe. Mit ihnen zu arbeiten, macht einfach Spaß“, lobt sie den Chor. Dass der Name des Chors auf ihren Namen zurückzuführen ist, liegt nahe. Stefan Schumacher, damals Chorsprecher, erinnert sich: „Mein Vorschlag ‚Sommer und Freunde‘ kam nicht ganz so gut an. Irgendwie kamen wir dann auf ‚Summer and Friends‘.“
Meist trifft die Chorleiterin die Liedauswahl. „Man kann es nicht allen recht machen, doch letztlich singt jeder mit. Bis jetzt ist alles immer gut beim Publikum angekommen“, sagt sie. „Da müssen wir unserer Dirigentin schon vertrauen. Selbst wenn wir manchmal vom vielen Proben schon etwas gelangweilt waren, hat das Lied bei den Zuhörern doch richtig eingeschlagen“, berichtet Sonja Reber und lacht. Bekannte Lieder aus dem Fundus des Chors sind etwa „Someone like you“ von Adele, „Mein kleiner, grüner Kaktus“ von den Comedian Harmonists oder „Tears in Heaven“ von Eric Clapton.

Alle sind konzentriert dabei

Bei der anschließenden Probe sind alle konzentriert dabei. Dem Dorfrocker-­Song „Im Dorf, wo ich geboren bin“ geben sie mit ihrer Interpretation ein neues Gesicht. Auch der Schlagerklassiker „Aber dich gibt‘s nur einmal für mich“ hört sich kein bisschen schnulzig an.

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