Corona hat die Fußballwelt durcheinander gebracht. Mit dem Virus kamen nicht nur die Quotientenregelung und die Notbremse in Form einer abgebrochenen Saison – auch auf personeller Seite gab es massive Verwerfungen. Das hat neben dem großen TSV Gaildorf vor allem die kleineren Vereine FC Ottendorf und TSV Eutendorf unter Druck gesetzt.

Die Jugend als Vorbild

Die Rettung war, dem Beispiel der seit mehr als 20 Jahre bestehenden Zusammenarbeit im Jugendbereich zu folgen. In diesem Fall fanden der TSV Eutendorf und der FC Ottendorf zueinander. Eine Kooperationsvereinbarung mit 19 Punkten regelt die Details. So wird der Spielort grundsätzlich bei Heimpartien zwischen Ottendorf und Eutendorf gewechselt. Wer den Spieltag ausrichtet, darf die Einnahmen daraus behalten. Auch das Training wechselt. In der aktuellen Saison coachen Michael Butrej und Volker Neumann die Truppe. Mit dem Start der neuen Punktspielrunde im Bezirk Hohenlohe freut man sich sowohl in Eutendorf als auch in Ottendorf über den eingeschlagenen Weg.

Düstere Zeiten erlebt

Doch zunächst ein Blick zurück in die jüngere Eutendorfer Fußballgeschichte: Jochen Schimanek erinnert sich an Ostern dieses Jahres. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Probleme der Eutendorfer Fußballer massiv. Der TSV konnte keine Mannschaft mehr stellen und wurde aus der Wertung genommen.

Nur noch drei Spieler vom alten Kader übrig

Schon einige Zeit zuvor hatte sich abgezeichnet, dass es in der Punktspielrunde ein Problem geben wird. Im Training liefen nur noch sieben oder acht Spieler auf, die Moral war am Boden und die Motivation der Rumpftruppe ebenfalls. Jochen Schimanek sieht die Ursache in einer Entwicklung, die bereits vor drei Jahren ihren Anfang nahm. Beim TSV Eutendorf kam es zu einem großen Umbruch. Vom ursprünglichen Kader waren nur noch drei Spieler übrig.

Jugendspieler und Wiedereinsteiger helfen aus

Um in der zurückliegenden Spielzeit wenigstens einigermaßen den Betrieb aufrecht erhalten zu können, haben die Eutendorfer mobilisiert, was es zu mobilisieren gab. Jochen Schminanek sagt, man habe dazu Jugendspieler und Wiedereinsteiger auf den Platz gebracht.

Und dann kam auch noch das Virus

Doch die Zwangspause durch Corona hatte Auswirkungen auf den Kader. Als es endlich wieder los ging, „haben viele aufgehört“, bedauert der Eutendorfer Spielleiter. So war es dem mittlerweile freiwillig in die Kreisliga B abgestiegenen Gaildorfer Verein aus eigenen Kräften nicht mehr möglich, mit einer einigermaßen soliden personellen Ausstattung am Spielbetrieb teilzunehmen.

Gute Gespräche mit den Nachbarn

Zum Glück gab es bereits Gespräche mit den Fußballern vom Nachbarverein FC Ottendorf. „Diese waren sogar schon weit fortgeschritten“, so dass man zur Punktspielrunde 2022/23 eine „saubere Lösung“ präsentieren konnte. So entstand die neue Spielgemeinschaft (SGM) Ottendorf/Eutendorf. Diese hat zwar ihre ersten beiden Spiele verloren, doch Training und Rundenspielbetrieb laufen.
Für den TSV Eutendorf fällt die erste Bilanz durchaus positiv aus. „Beide Vereine haben den Mehrwert einer Spielgemeinschaft erkannt“, sagt Schimanek und weiß, dass auch den Nachbarverein personelle Probleme plagten. Nicht umsonst sah sich der FC Ottendorf im März dieses Jahres gezwungen, seine Reservemannschaft vom Spielbetrieb in der Fußball-Kreisliga B3 Hohenlohe abzumelden. Der Grund: auch hier fehlte es an Personal.

Am Ende steht ein robuster Kader zur Verfügung

Jetzt sieht die Fußballwelt in Eutendorf und Ottendorf wieder anders aus. Zum Kader der Spielgemeinschaft gehören 44 Akteure. Die Eutendorfer stellen davon 17 Spieler und allein neun aus der eigenen A-Jugend. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg“, lautet das Fazit des Eutendorfer Spielleiters. Die Zeiten würden aber nicht leichter werden. „Als Dorfverein wird es immer schwerer Mannschaften zu stellen“, weiß der Funktionär. Was kann eine mögliche Ursache dafür sein, von Extremlagen wie einer Corona-Pandemie einmal abgesehen? Jochen Schimanek hat sich darüber auch schon seine Gedanken gemacht und meint, dass Jugendliche heutzutage viel mehr Angebote haben, als „nur“ Fußball spielen zu können. Jedenfalls sei man im Aktivenlager mit dem Erreichten zufrieden.
Die Mehrheit trage das Konzept mit, „weil auch der qualitative Erfolg stimmt“. In der Gründung der Spielgemeinschaft zwischen Eutendorf und Ottendorf sieht Jochen Schimanek „die Chance, etwas Gutes daraus zu machen“.

Neuordnung der Bezirke ohne Hohenlohe

Wie die Fußballwelt im Gaildorfer Stadtgebiet in naher Zukunft aussehen wird, zeigt sich ab 2024 durch die Neuordnung der Bezirke. Den Bezirk Hohenlohe wird es nicht mehr geben. Nach dem Aufstieg des TSV Gaildorf in die Bezirksliga versucht sich der Verein dort zu etablieren. Doch bald müssen sich die Gaildorfer mit Mannschaften aus dem Bezirk Rems-Murr messen, wo bereits heute der TSV Sulzbach-Laufen spielt. Auch die SpVgg Unterrot ist in der Kreisliga B2 in Rems-Murr zu Hause. Das gilt auch für den TAHV Gaildorf in der Kreisliga A2.

Zweite Leseebene

Sport in Gaildorf

TSV Gaildorf
Fußball (Bezirksliga Hohenlohe)
Jugendfußball (mit seinem Förderverein Veranstalter des Jugend-Eurocup)
Turnen
Badminton
Schwimmen
Ski
Tischtennis
Volleyball
Leichtathletik
Gardetanz
TSV Eutendorf
Fußball (Kreisliga B2 Hohenlohe, Spielgemeinschaft mit dem FC Ottendorf)
Jugendfußball
Tennis
Turnen
TTV Eutendorf
Tischtennis
FC Ottendorf
Fußball (Kreisliga B2 Hohenlohe,
Spielgemeinschaft mit dem FC Ottendorf)
Jugendfußball
Turnen
Präventionssport
Spielvereinigung Unterrot
Fußball (Kreisliga B2 Rems-Murr)
Jugendfußball
Tennis
Karate
TAHV Gaildorf
Fußball (Kreisliga A2 Rems-Murr)
Schützengilde Gaildorf
diverse Disziplinen
Schützenverein Eutendorf
unter anderem Schwarzpulverschießen
Tennisclub Gaildorf
Tennis, Leistungsklassenturniere
DLRG Ortsgruppe Gaildorf
Rettungsschwimmen
Motorsportclub Gaildorf
Motocross, diverse Motorsportdisziplinen, Gastgeber für die ADAC MX Masters
Motorradfreunde Kochertal
Motorradfahren
Reit- und Fahrverein Gaildorf
Reitsport
Verein der Hundefreunde Gaildorf
Agility, Hoopers-Agility, Obedience,
Rallye Obedience, Turnierhundesport