Vor etwa drei Jahren hat es Familie Epperlein ins Limpurger Land verschlagen. „Unser Empfinden war, dass etwas Neues hermusste“, sagt Maria Epperlein und hebt sich Tochter Thea auf den Schoß. Die Kleine war damals noch nicht auf der Welt, zwei Jahre alt ist sie nun. „Ja, damals sind nur wir drei, mein Mann, Joel und ich umgezogen.“ Für unsere Aktion „Hier sind wir zu Hause“ erzählen sie, wie zufrieden sie mit ihrem Leben im Limpurger Land sind.
Joel turnt auf dem Sofa, sein Lieblingsspielzeug ist ein grüner Plastiktraktor mit Anhänger. „Traktor, das ist ja das hochdeutsche Wort. Hier verstehen die Leute eher ‚Schlepper‘ oder ‚Bulldog‘“, meint die 29-Jährige und grinst. Sie kommt ursprünglich aus Niedersachsen, ihr Mann aus Sachsen. Zuvor lebte die Familie in Bad Gandersheim, eine Kleinstadt etwa 80 Kilometer südlich von Hannover. „Von der Größe her ist das Gaildorf sehr ähnlich.“

Heimatgefühle geweckt: Vater kommt aus dem Süden

Doch nicht nur deshalb ist es dem Ehepaar leichtgefallen, im Süden Fuß zu fassen. „Mein Papa kommt aus Heidenheim. Bei mir hat die Gegend direkt Heimatgefühle geweckt“, erzählt Maria Epperlein. So sei es auch mit dem Dialekt gewesen, den sie sich bei manchen Worten bereits angeeignet hat.
Dennoch: „Hier ticken die Menschen ein wenig anders. Die ‚Schaffe, schaffe, Häusle baue‘-Mentalität bemerke ich tatsächlich.“ Im Norden sei man da eher gelassener. Ihr eigenes Haus haben sich das Nordlicht und der Ostdeutsche bisher nicht gebaut, doch in ihrer Doppelhaushälfte in Ottendorf fühlen sie sich wohl. Die Beziehung zu den Nachbarn sei gut, die hätten Kinder im gleichen Alter. Außerdem schätzt das Paar die ländliche Gegend.
In den drei Jahren hat die Familie Lieblingsplätze im Limpurger Land entdeckt. Dazu gehört in erster Linie der Kinderspielplatz in Ottendorf. „Der ist ein Segen für uns“, beschreibt es Maria Epperlein. Doch davon wünscht sie sich weitere in der Umgebung. „Ja, es könnte mehr Attraktionen für Familien geben.“ So sei meist ein Eis in der Stadt „das höchste der Gefühle“. Doch ein Familienparadies bietet das Limpurger Land in Hülle und Fülle: Natur. „Wir lieben die Natur des Limpurger Landes und gehen gern in den Wald bei Winzenweiler. In diesem Sommer waren wir viel im Adelbacher Flussbett spielen.“ Das sei super für die Kinder und auch sie und ihr Mann könnten sich dabei erholen.

Floßfest, „Gaildorf chillt“ und Co.: Das darf man in Gaildorf nicht verpassen

Auch von den Gaildorfer Festen ist die Familie Fan. So besucht sie beispielsweise immer den Gaildorfer Samstag, der mit Aktivitäten für Kinder aufwartet. Auch „Gaildorf chillt“, das Floßfest und der Pferdemarkt locke sie in die Stadt.
Obwohl die Familie nicht gewusst habe, worauf sie sich beim Umzug einließ, sei sie inzwischen richtig gut in Gaildorf angekommen. „Das liegt auch an der Anbindung durch den Kindergarten“, erzählt Maria Epperlein. Nicht nur die Kontakte zu den anderen Eltern seien wichtig. „Die Erweiterung des Kindergartens und des dazugehörigen Spielplatzes waren eine große Erleichterung“, sagt Henrik Epperlein.

Arbeit als Jugendreferent: City Kirche Gaildorf bietet etwas für Familien

Und dann ist da noch das Netzwerk um die City Kirche. Sie ist der eigentliche Grund, warum Familie Epperlein nach Gaildorf gekommen ist. „Henrik hat sich hier für die Stelle als Jugendreferent beworben“, sagt seine Frau. Er hat die Stelle bekommen.
In der City Kirche Gaildorf gebe es auch Angebote für Familien. An Wochenenden stehe der Gottesdienst fest auf dem Programm. Joel besucht zeitgleich den Kindergottesdienst. Henrik Epperlein leitet auch eine Pfadfindergruppe, die der „Rover und Ranger“. Darin sind alle ab 18 Jahren eingeschlossen. „Durch meine Arbeit habe ich viel Kontakt zu Kindern und ihren Eltern“, sagt der 39-
Jährige. Der habe beim Einleben geholfen. Sohn Joel ist ebenfalls in einer Pfadfindergruppe integriert – allerdings mit Gleichaltrigen.
Im November steht die Geburt ihres dritten Kindes an. Für die nächsten fünf Jahre sieht sich die Familie Epperlein auf jeden Fall in Gaildorf bleibend. Eines bemerken sie nämlich: „Es bewegt sich hier etwas.“ Da besteht Hoffnung, dass es auch in Richtung Familienfreundlichkeit weitergeht. Ob dann irgendwann ein Hausbau ansteht, ist bisher nicht im Gespräch. „Aber in der Vergangenheit ist schon viel möglich geworden, wofür wir gebetet haben. Da kann man nie wissen“, sagt der Familienvater.
Derzeit besucht er nebenberuflich ein Seminar für eine pastorale Ausbildung. „Wir sind hier angekommen und sehr zufrieden“, sagt er.
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Info „Hier sind wir zu Hause“ geht weiter. Am 11. September ist die Rundschau in Gaildorf anwesend. Los geht es um 11.30 Uhr.

Daten und Fakten

Krippen/Kindergärten
Bewertet man die Familienfreundlichkeit einer Stadt anhand ihrer Betreuungsangebote, braucht sich Gaildorf nicht zu verstecken. Zwölf Kindergärten, vier Kinderkrippen und zwei Kleinkindgruppen gibt es. Bei einigen dieser Gruppen ist eine Ganztagsbetreuung möglich. Für das Wochenende oder nach dem Kindergarten gibt es 42 Spielplätze in Gaildorf.
Freizeit
In der Gaildorfer Stadtbücherei ist eine Anmeldung bereits ab dem ersten Lebensjahr möglich. Es gibt neben Büchern auch DVDs, Hörbücher, Zeitschriften und Spiele auszuleihen. Im Kino Sonnenlichtspiele gibt es an Wochenenden Kindervorstellungen. Derzeit läuft: „Minions 2“.
Schule
Kinder im Gaildorfer Raum können eine von drei Grundschulen besuchen – die Bühläckerschule in Unterrot, die Grundschule Eutendorf-Ottendorf oder die Parkschule in Gaildorf. Für Kinder, deren Eltern bereits frühmorgens und nachmittags arbeiten müssen, gibt es die Verlässliche Grundschule: Betreuung vor und nach dem Unterricht, ebenfalls an den drei Standorten. Ab Klasse 5 geht es auf der Parkschule, auf der Peter-Härtling-Schule, auf der Schloss-Realschule oder auf dem Schenk-von-Limpurg-Gymnasium weiter.
Musikschule
Die Musikschule Schwäbischer Wald-Limpurger Land bietet in Gaildorf eine musikalische Früherziehung ab vier Jahren und eine Grundausbildung ab sechs Jahren für Blas-, Zupf-, Streich- und Tasteninstrumente an. Dafür gibt es Einzel- und Gruppenunterricht. Die Unterrichtsräume sind in der Kanzleistraße 2.