Neun Bienenprodukte stellte Ursula Müller aus Untergröningen, Fachberaterin für Bienenprodukte und Imkerin, bei der Herbstveranstaltung des Bezirksimkervereins Gaildorf im gut besuchten Wurmbrandsaal vor. Vorweg beantwortete sie in einem Interview mit dem ersten Vereinsvorstand Kurt Schukraft Fragen zum Netzwerk der Fachberaterinnen für Bienenprodukte.
Ihr Großvater habe schon früh ihre Berufung zur Imkerin erkannt, berichtete Müller: „Du hasch d’Ruah dozua.“ Bei der Tätigkeit als Handlangerin in der väterlichen Imkerei wuchs das Interesse. Heute bewirtschaftet sie 18 eigene Bienenvölker.
Die Ausbildung und Qualifizierung zur Fachberaterin findet jährlich in einem sechs Monate dauernden Kurs statt, der von der Europäischen Union als innovative Maßnahme für Frauen im ländlichen Raum gefördert wird. Im Netzwerk der Fachberaterinnen werden Informationen ausgetauscht und Vorträge und Workshops organisiert.
Die öffentliche Herbstveranstaltung hätte gut und gerne zwei Tage füllen können. Neben den sieben zur Lebensweise der Bienen notwendigen Erzeugnissen Honig, Pollen, Bienenbrot, Wachs, Propolis, Bienengift und Gelee Royal findet man im Bienenstock noch zwei Nebenprodukte, die nicht gezielt hergestellt werden: Stockluft und Drohnenhomogenat, auch Drohenmilch oder Apilarnil genannt.
Letzteres kann zur Nahrungsergänzung eingenommen werden und dient als eiweißreiche Energiespende bei Erschöpfungszuständen, Immunschwäche oder depressiven Verstimmungen. Kombiniert mit anderen Bienenprodukten und Pflanzen ergibt sich ein Smoothie, der das Wohlbefinden steigern soll.
Und mit Honig kann man sich die Zähne putzen – zumindest theoretisch. Kariesbakterien wandeln Kohlenhydrate, also Zucker, zu Säure um, die den Zahnschmelz angreift. In Studien sei nun festgestellt worden, dass Honig den Säuregehalt im Mund sogar senkt, berichtete die Untergöninger Fachberaterin.
Dem Thema des Abends „Nur Mut, was von den Bienen kommt, tut gut“ folgend konnte auch  die Drohnenmilch getestet werden. Sie hat einen überraschend angenehm milden, nussigen Geschmack, der sich deutlich vom eher bitteren Gelee Royal unterscheidet. Einige Besucher bevorzugten bei der großen Auswahl an selbst hergestellten Produkten die Honigmarzipankugeln oder schnupperten am nach Bienenwachs duftende Frischhaltetuch.
Da das Spektrum an Bienenprodukten extrem umfangreich ist, wird der Bezirksimkerverein Ursula Müller zu weiteren Herbstveranstaltungen einladen, bei denen dann je ein Bienenprodukt intensiv vorgestellt werden soll.