Die Aufgabe wird anspruchsvoller und zeitaufwendiger“, betonte Obersontheims Bürgermeister Siegfried Trittner Mitte Oktober im Gemeinderat. Die längste Zeit war der frühere Kämmerer Dieter Brunner für die Baumaßnahmen der Gemeinde zuständig. Nach ihm ging der Bereich auf Hauptamtsleiter Dieter Herrmann über, der außerdem Leiter des Bauhofs ist. Da Herrmann in einiger Zeit ausscheidet, müsse sich die Kommune rechtzeitig neu aufstellen, so Trittner.
„Andere Gemeinden in unserer Größe haben technisches Leitungspersonal“, betonte er. In den nächsten Jahren stünden viele Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen an. Die Sitzungsunterlage zählt die Erschließung der Schlossgärten, des Birngründles und weiterer Wohngebiete auf, dazu Sanierungen von Kanälen, Brücken und Hallen sowie den Breitbandausbau. Dafür sei Trittners Meinung nach die Betreuung durch Personal aus der Verwaltung nötig. Der Ortsbaumeister wäre auch für den Bauhof und alle kommunalen Liegenschaften verantwortlich. Als Amtsleiter soll er an den Gemeinderatssitzungen teilnehmen, um in den Informationsfluss eingebunden zu sein.

Einstimmiges Ja vom Rat

Gemeinderat Harry Schwerin äußerte sich zunächst skeptisch, weil Kämmerer Jonathan Richter erst kurz davor auf die weiter steigenden Personalkosten der Gemeinde hingewiesen hat. „Brunner hat das sehr gut und nebenbei gemacht“, bemerkte er. Helmut Wengert befürwortete die Stelle, störte sich aber an der Einordnung als Amtsleiter. Unterstützung bekam Trittner von Gerhard Schacht und anderen Räten. „Für die technische Seite von Baumaßnahmen gehört ein kompetenter Vertreter der Kommune her“, sagte er. Dieter Glasbrenner betonte, so eine Stelle sei üblich. Gisela Köger erinnerte an schlecht gelaufene Bauprojekte. „Da haben wir Lehrgeld bezahlt“, meinte sie. Die Abstimmung, die Stelle so bald wie möglich zu besetzen, fiel dann doch einstimmig aus.
In Vellberg wurde Michael Deininger im Februar 2013 als technischer Leiter eingestellt. Ein Organisationsgutachten hatte damals einen Techniker empfohlen, worauf die Stelle ausgeschrieben wurde, so Bürgermeisterin Ute Zoll. Vorher hätten sich der Kämmerer, der Bauhofleiter und das Sekretariat des Bauhofs die Aufgaben geteilt. „Aber es gab ein zeitliches Problem, mit dem vorhandenen Personal die Baumaßnahmen zu betreuen und die Aufgaben zu erledigen“, sagt Zoll. Derzeit ist die Stelle in Vellberg vakant, ab Januar ist sie wieder besetzt. Die Position sei dem Kämmerer zugeordnet.
Auch Bühlertann hat laut Bürgermeister Michael Dambacher seit 2015 einen entsprechenden Mitarbeiter. Dort heißt er Ortsbautechniker. Wie in Vellberg und künftig in Obersontheim betreut er kommunale Baumaßnahmen, schreibt Aufträge aus und dient als Bindeglied zur Verwaltung. Außerdem ist er Bauhofleiter. „An Gemeinderatssitzungen nimmt er nur teil, wenn es nötig ist“, so Dambacher. Auf die Stelle könne die Gemeinde nicht mehr verzichten, „da neben Arbeiten im Außenbereich die Themen Dokumentation, Baumaßnahmenüberwachung und Koordination immer wichtiger werden“, betont er. Der Ortsbautechniker erarbeite auch, welche Arbeiten in Eigenregie von den Mitarbeitern erledigt und welche an Dritte vergeben werden. Innerhalb der künftigen Kooperation mit Bühlerzell wird der Bühlertanner Techniker auch dort den Bauhof betreuen und für die gleichen Aufgaben wie in Bühlertann zuständig sein.

Bautechniker oder Handwerksmeister

Die Gemeinde Obersontheim wünscht sich einen staatlich geprüften Bautechniker oder einen Handwerksmeister aus einem Bauhauptgewerk als zukünftigen Ortsbaumeister.
Abzuwarten bleibt, wie die Resonanz auf die Obersontheimer Ausschreibung ausfällt. „Es gibt kaum Bewerber auf dem Markt, deshalb haben wir die Stelle auch für Verwaltungsmitarbeiter ausgeschrieben“, schildert Bürgermeisterin Ute Zoll die Situation in Vellberg.