Wer das Jugendzimmer von Jakob Bauer in der Großaltdorfer Raiffeisenstraße betritt, fühlt sich wie in einem kleinen Filmstudio. Auf dem Schreibtisch stehen drei Bildschirme nebeneinander, ein Mikrofon, Lautsprecher und sonstige technische Gerätschaften. Schon früh, bereits im Alter von zehn Jahren, hat der heute 16-Jährige, großes Interesse an Lichttechnik, am Fotografieren und Filmen gezeigt. Besonders aber auch daran, die Bilder am Computer zu bearbeiten und Diashows zu gestalten. Bereits als 13-Jähriger dokumentiert und verfilmt er eine Klassenfahrt nach England. Mit Freunden werden kleine „Tatorte“ inszeniert und gedreht. „Am liebsten war es ihm, wenn er zum Geburtstag oder zu Weihnachten Geld bekommen hat, damit er sich eine Action-Kamera und weitere Ausrüstung kaufen konnte um zu filmen und zu experimentieren“, erklärt Michaela Bauer die große Leidenschaft ihres Sohnes.
Mit viel Engagement hat er seinen ersten Auftrag, einen kleinen Imagefilm über die Hermann-­Merz-Schule in Ilshofen, gedreht. Als Jakob von „JBC - Just be creative“ – einem Filmverein von und für junge Erwachsene in Stuttgart erfuhr, absolvierte er dort Workshops. In deren Auftrag wurde mit Schülern der Freien Evangelischen Schule in Stuttgart ein Musikvideoclip gedreht. Im Film ging es um Ausgrenzung, einen Rapper und eine Sängerin. Die Handlung und das Lied „Stay strong“ wurde von den Schülern selbst geschrieben und inszeniert. Jakob Bauer war Kameramann.
„Das war eine tolle Aufgabe“, berichtet er begeistert: „An zwei Drehtagen haben wir den Clip erstellt. Wir haben uns sogar schon morgens um 5 Uhr getroffen, um das Licht des Sonnenaufganges zu nutzen“. Leider sei dieser dann allerdings nicht „so grandios, wie erwartet“ gewesen, fügt er an. Aber dann müsse man halt improvisieren, denn Stimmung, Licht, Atmosphäre seien sehr wichtig für einen guten Film, nicht zuletzt aber auch der Ton, weiß der 16-Jährige. Um alles erfolgreich zusammen- zufassen, braucht er dann für den Schnitt noch gut 15 bis 20 Stunden. „Da schaue ich nicht so genau auf die Uhr“, betont Jakob und lächelt verschmitzt, „wichtig ist das Ergebnis“. Das dann in wenige Minuten verpackt ist.

Nachwuchstalente gesucht

Der gemeinnützige Verein media Akademie mit Sitz in Stuttgart, dessen Anliegen es ist, die Ideen junger Talente auszuzeichnen und ihnen eine Plattform für Kontakte zu bieten, schreibt jährlich den Medien und Education Award (MEDUC) als Wettbewerb aus. Auch heuer waren Schüler, Auszubildende, Studierende sowie Absolventen bis zum ersten Jahr nach ihrem Abschluss dazu aufgerufen, ihr kreatives Können zu beweisen – in den Kategorien Animation, Multimedia, Print, Film, Journalismus und Musik durfte den Ideen freien Lauf gelassen werden. Eine spezifisches Thema war nicht vorgegeben.
Jakob Bauer wusste zunächst gar nicht, dass die Stuttgarter Schule den Film eingereicht hatte. Um so größer war die Überraschung, als er die Nachricht erhielt, dass er zur Preisverleihung nach Stuttgart eingeladen ist und den ersten Preis der Kategorie Film in Empfang nehmen durfte. Neben einer Urkunde erhielt er eine Einladung, bei einem Drehtag für „SOKO Stuttgart“ dabei zu sein. Die Vorfreude ist groß: „Ich bin riesig gespannt, den Profis über die Schultern und hinter die Kulissen schauen zu dürfen“, so der junge Kameramann.

Appell der Akademie: Weiter kreativ tätig sein

Das Feedback der preisverleihenden Medienakademie: „Die Juroren waren beeindruckt von der hohen Qualität der Einsendung. Ihr einhelliges Urteil war: Entwickeln Sie ihre kreativen Ideen weiter und hören Sie nicht auf, diese in die Tat umzusetzen.“