„Wer will fleißige Handwerker sehen, der muss in den Solpark gehen“, singen die Kinder aus den Einrichtungen Regenbogen und Eich. Kleine Maurer mit Helmen schichten Steine auf. Die anderen Gruppen deuten Schreiner- und Malerarbeiten an. An dem sonnigen Nachmittag vergangene Woche sind alle bestens gelaunt. Es kann losgehen. Als die Kinder mit ihrer Aufführung fertig sind, staunen sie nicht schlecht, als ein richtiger Bagger vor ihren Augen ein Loch gräbt.

Die neue Kindertageseinrichtung entsteht in der Geschwister-Scholl-Straße, neben dem ehemaligen Offizierscasino. Hinter den Bäumen lauert der Grund dafür, warum sie schnell gebaut werden muss. Die ersten Häuser des riesigen Wohngebietes Sonnenrain stehen schon. Viele junge Familien werden für ihre Kinder Betreuungsangebote suchen. Sie haben darauf einen gesetzlichen Anspruch. Die Verwaltung muss also liefern. Die Stadt Schwäbisch Hall verzeichnet im vergangenen Jahr mit 400 Babys die höchste Geburtenzahl in ihrer Geschichte.

„Vor 20 Jahren haben wir gesagt: Wie müssen die einzelnen Gebiete im Solpark zusammenbringen“, erinnert sich Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. Die Unternehmen, die isoliert stehenden umgebauten
Kasernen im Dr.-Henryk-Fenigstein-Weg und die neuen Häuser. Am Anfang sei alles nicht zusammenhängend gewesen.

Mit der neuen Siedlung „Im Hardt“, einem Lückenschluss am Dr.-Henryk-Fenigstein-Weg und nun eben dem Kinderhaus, schließe sich der Kreis. Pelgrim: „Das ist die Schnittstelle zwischen Wohnen, Arbeiten und Leben in der Vergangenheit und der Zukunft.“

Auch die Architektin Sirka Eggers freut sich. Hochschwanger spricht sie ein paar Worte: „Eine Tageseinrichtung zu planen, ist eine spannende Aufgabe für eine werdende Mutter und eine Mutter eines Kindes in einer Kita.“

Es soll Platz für 125 Kinder in zwei Gebäudeteilen entstehen. Drei Krippen- und vier Kindergartengruppen sollen dort unterkommen. Das Büro K9 in Freiburg hat den Zuschlag dafür in einem Wettbewerbsverfahren erhalten.

Ein L-förmiges Haus entsteht an der Straße. Das Gebäude soll dabei den Gartenbereich abschirmen. „Es wird ein sehr holziges Haus“, berichtet Sirka Eggers, die zusammen mit Kollegen für den Entwurf steht. Naturbelassene Nischen im Innern wechseln sich mit Abschnitten von behandeltem Holz ab.

Ein dunkler Boden soll Wärme ausstrahlen und die weiß lasierten Wände ein Gefühl der Leichtigkeit hervorrufen. Die Stadtverwaltung hat den Haller Architekten Uwe Schukraft mit der Bauausführung beauftragt.

„Im Frühjahr 2020 könnte die Einweihung sein“, sagt Pelgrim. Der neue Kindergarten soll auf lange Sicht die Kita Eich, eine Außenstelle der Einrichtung Regenbogen, ersetzen, die sich im Solpark befindet.

Der Wettbewerb um den
besten Entwurf endete im März 2017. Die Stadtverwaltung konfrontierte den Gemeinderat mehrmals mit einer Verschiebung der Bauphase und einer Erhöhung der geplanten Baukosten: Im Doppelhaushalt sind nur 3,5 Millionen Euro angesetzt. Das Gebäude soll nun aber 5,8 Millionen Euro kosten. Das wird vom Gemeinderat – mit großer Mehrheit und ohne Gegenstimme – getragen.