Einem aufmerksamen Zeugen ist es zu verdanken, dass die Polizei am Mittwochnachmittag einen mutmaßlichen Fahrraddieb dingfest machen konnte. Der Zeuge hatte beobachtet, wie kurz nach 15.30 Uhr zwei Männer an den Stellplätzen beim Reutlinger Hauptbahnhof ein Schloss an einem dort abgestellten Fahrrad aufbrachen und das Rad mitnahmen. Er folgte ihnen zunächst, verlor sie jedoch wenig später aus den Augen.

12 wohl gestohlene Räder im Lagerraum

Die von ihm sofort verständigte Polizei konnte nach kurzer Zeit einen 44-jährigen Tatverdächtigen mit dem gestohlenen Fahrrad in einem nahegelegenen Hinterhof stellen und vorläufig festnehmen. In einem dort als Lagerraum genutzten Schuppen fanden die Beamten zwölf weitere, mutmaßlich gestohlene Fahrräder, die sie sicherstellten. Die Ermittlungen zu deren Herkunft, dem noch unbekannten Komplizen und möglichen weiteren Straftaten des polizeibekannten 44-Jährigen dauern noch an. Derzeit befindet er sich auf freiem Fuß.

Polizei hat Ermittlungsgruppe gebildet

Aufgrund einer im Laufe des Jahres festzustellenden Häufung der Diebstähle hochwertiger Fahrräder im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Reutlingen war dort – wie bereits berichtet – im Juni 2022 eine Ermittlungsgruppe mit bis zu fünf Beamtinnen und Beamte gebildet worden. Mit Unterstützung von Einsatzkräften der Kriminalpolizei, des Polizeipräsidiums Einsatz und der Bundespolizei gelang es der Ermittlungsgruppe in den vergangenen Monaten sukzessiv insgesamt 40 Tatverdächtige zu ermitteln, die sich wegen Fahrraddiebstahls oder Hehlerei verantworten müssen. Hierbei handelt es sich um meist polizeibekannte Personen aus Reutlingen und Umgebung in allen Altersgruppen bis zu 60 Jahren. Der Jüngste ist mit einem Alter von zehn Jahren strafunmündig.

60 geklaute Fahrräder im Wert von 150 000 Euro

Im Rahmen ihrer Ermittlungen konnten die Beamten zusätzlich zu den am Mittwoch sichergestellten Fahrrädern knapp 60 Räder im Wert von über 150 000 Euro sicherstellen und sie bereits größtenteils den rechtmäßigen Eigentümern zurückgeben. Die Ermittlungen zu weiteren Verdächtigen dauern noch an.