Drei Tote, zahlreiche Verletzte und ein Großaufgebot an Einsatzkräften: Am Dienstagabend (17.01.) kam es in einer sozialpsychiatrischen Pflegeeinrichtung in Reutlingen zu einem verheerenden Brand. Das Unglück wirft Fragen auf und zieht komplizierte Ermittlungen nach sich – denn die Polizei vermutet Brandstiftung als Ursache für das Feuer. Eine Bewohnerin des Heims steht unter Verdacht, das Feuer im Pflegeheim gelegt zu haben.

Obduktion nach Brand in Reutlingen: Rauchgasvergiftung als Todesursache

Weitere Erkenntnisse über den Tathergang soll nun die Obduktion der Leichen dreier Heimbewohner, die bei dem Brand ums Leben kamen, liefern. Am Freitag sollen die Toten bereits untersucht worden sein, die Obduktionsergebnisse sind am heutigen Montag, 23. Januar, veröffentlicht worden. Die Opfer, eine 53-jährige Frau und zwei 73 und 88 Jahre alte Männer, sind laut Polizei an einer Rauchgasintoxikation gestorben – also infolge einer Rauchvergiftung.

Brandstiftung? Verdächtige schwer verletzt und psychisch krank

Die Polizei ermittelt gegen eine 57 Jahre alte Bewohnerin des Heims wegen des Verdachts des dreifachen Mordes und elffachen Mordversuchs. Die Frau wurde bei dem Brand allerdings selbst so schwer verletzt, dass sie nach aktuellem Stand der Informationen bislang nicht vernommen werden konnte. Die Frau sei weiterhin nicht ansprechbar und werde in einer Spezialklinik behandelt, hieß es. „Das wird sicher noch einige Tage dauern“, sagte ein Sprecher der Polizei. „Die Frau ist aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht vernehmungsfähig.“ Zudem sei die Verdächtige psychisch krank, ein mögliches Motiv sei noch völlig unklar.