Wir sind stolz, Sie als gut ausgebildete Menschen in einen neuen Lebensabschnitt zu entlassen“, sagte Kreishandwerksmeister Dieter Laible. Am Donnerstagabend gab es für die Junggesellinnen und Junggesellen eine gemeinsame Abschlussfeier in der HAP-Grieshaber-Halle.
„Sie sind sicherlich froh, dass die Prüfungen hinter Ihnen liegen“, so Laible. „Sie haben bewiesen, dass sich Ausdauer und Zielstrebigkeit lohnen.“ 493 Handwerkerinnen und Handwerker hatten ihre Prüfung abgelegt, zwei Prozent mehr als 2016. Mehr als 94 Prozent haben die Prüfung bestanden. Die prüfungsstärkste Gruppen sind die Zimmerer. Es folgen Kaufleute, Fachverkäufer in der Lebensmittelbranche und Schreiner.
Vom neu zu wählenden Bundestag wünschte sich Laible eine „Politik für uns Bürger und keine Rückschritte“. Die Agenda 2010 sei Wegbereiterin für die gute wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands gewesen. „Wir brauchen eine Gleichwertigkeit der akademischen und der dualen Ausbildung.“ Die Politik müsse dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Für 2018 seien 750 freie Ausbildungsplätze gemeldet, die berufliche Perspektive für Fachkräfte sei sehr gut.
Für die Absolventen hatte er den Ratschlag, flexibel zu sein, Mut zu haben und keine Herausforderung zu scheuen. „Stecken Sie sich Ihre Ziele und verfolgen Sie sie.“ Sehr wichtig sei die beständige Fortbildung.
Seine persönliche Erfolgsstory stellte Volker Sichler vor, der 1986 die Firma Hollister´s Motor Cycles gegründet hatte. Sichler kam mit einem von der Firma mit Sitz in Dauchingen in Handarbeit hergestellten Bike auf die Bühne. „Vor 30 Jahren habe ich genauso auf meinen Gesellenbrief gefibert“, sagte er. Nachdem er als gelernter Elektroinstallateur zunächst Harley-Davidson-Maschinen importiert habe, sei er bald seinem Traum gefolgt und habe eigene Maschinen nach Kundenwunsch entwickelt. „Bis auf den Antrieb stammt alles aus unserer Manufaktur“, berichtete er.
Der Lohn waren weltweit höchste Auszeichnungen und Exporte bis nach Saudi Arabien. „Made in Germany“ oder „Made in Baden-Württemberg“ habe rund um den Globus hohes Ansehen, sagte Sichler. Er profitiere bis heute von den Grundprinzipien, die er in seiner Lehre bekommen habe. Erstmals kamen die Absolventen einzeln auf die Bühne, um sich ihren Gesellenbrief abzuholen.
Den Förderpreis erhielt Nina Nedele, ausgebildet in Schilder- und Lichtreklameherstellung, für ihre Leistung von 98 Punkten in Wirtschafts- und Sozialkunde. Zum ersten Mal wurde auch ein Förderpreis an die Jahrgangsbesten im Maurerhandwerk verliehen. Ausgelobt wurde er von der Schlagmann-Edmüller-Stiftung in Zeilarn (Bayern). Produktmanager Wilfried Ott übergab den Preis an Kevin Sommer (Melchingen), Andreas Werle (Erkenbrechtsweiler) und Matthias Kost (Reutlingen).

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Handwerkerinnen und Handwerker haben ihre Prüfung abgelegt, 94 Prozent der Absolventen waren erfolgreich. Die stärkste Gruppe waren die Zimmerer.