Frauen, ihre Themen und Probleme? Aufs erste hört sich die Social-Media-Kampagne, die Erima im Juli startet, reichlich antiquiert an. Schließlich hat die Emanzipationswelle das Land schon vor 50 Jahren überrollt. Oder will der Pfullinger Sportartikelhersteller etwa Zeitschriften wie Brigitte und Cosmopolitan die Klientel abspenstig machen? Ein zweiter Blick auf die Kampagne und ihre Inhalte lohnt sich allerdings.  Es geht dabei auch um die Verhältnismäßigkeiten im Sport, in dem viele Bereiche noch immer von Männern dominiert sind.
„Frauen im Teamsport“ ist die Aktion überschrieben, bei der Turnstars wie Elisabeth Seitz oder die Olympiasiegerin im Bogenschießen, Lisa Unruh, über die Schwierigkeiten sprechen werden, mit denen sie zu kämpfen haben. Auch Teams wie die Handball-Vizemeisterinnen der SG BBM Bietigheim erzählen unter anderem „von der Beziehung zu ihren männlichen Kollegen“. Was genau sie berichten werden – darauf darf man gespannt sein.
„In mehreren über den Monat verteilten Beiträgen auf den Erima Social Media Plattformen werden die Sportlerinnen und Teams in Steckbriefen einem großen Publikum präsentiert. Im Gespräch geht es um die Entwicklung ihrer einzelnen Sportarten, die großen Unterschiede im Vergleich zum Männersport und was sie jungen Sportlerinnen raten“, beschreibt das Pfullinger Unternehmen das, was es in diesem Sommer plant – und wobei vielleicht vieles zur Sprache kommen könnte, was sich schlicht als Ungerechtigkeit bezeichnen lässt. Denn Männer verdienen im Sport – wie im „richtigen Leben“ – meist noch deutlich mehr als ihre Kolleginnen. Dabei die Gehälter und Transfersummen von Fußballern anzuführen, ist schon beinahe müßig. Aber vielleicht liegt Erima ja goldrichtig damit, die Kampagne im Juli zu starten. Dem Monat, in dem die deutschen Frauenfußballerinnen wohl ihren zweiten Platz auf der Weltrangliste halten werden, während die Männer-Elf ganz, ganz tief abstürzen wird im globalen Vergleich.