Welche Themen bewegen unsere Leser wirklich? Diese Frage lässt sich bei der Tageszeitung nur schwer beantworten, ist diese doch täglich ein Sammelsurium der vielen Themen und Nachrichten, die in der Region und auf der Welt täglich entstehen. Wir geben jedenfalls täglich unser Bestes, um unsere Leser über die Nachrichtenlage auf der Welt und in der Region zu informieren.
Und auch wenn die Printauflagen der gedruckten Zeitungen der Reutlinger Nachrichten, des Metzinger Uracher Volksblattes und des Münsinger ALB BOTE immer noch das wichtigste Standbein der SÜDWEST PRESSE Neckar-Alb ausmachen, so gibt ein Blick auf swp.de doch zugleich einige Hinweise, welche Artikel und Themen im vergangenen Jahr auf das größte Interesse gestoßen sind – zumindest bei den Online-Lesern unserer Zeitungstitel.

Ein Polizist als Täter

Ganz vorne mit dabei war ein Blick über den Tellerrand hinaus: Nach Kirchheim. Dort hatte im Februar 2022 ein 59-Jähriger seine von ihm getrennt lebende 58-jährige Ehefrau auf offener Straße erschossen und sich danach selbst gerichtet. Nicht nur der Umstand, dass das Geschehen im „Nanz-Center“ in aller Öffentlichkeit geschah, sorgte für ein besonderes Interesse an diesem Familiendrama. Hinzu kam der Umstand, dass der 59-Jährige beim Landeskriminalamt tätig war – der Polizist erschoss seine Frau mit seiner Dienstwaffe.
Ebenfalls auf großes Interesse der Online-Leserschaft stieß ein schrecklicher Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 28 zwischen Zainingen und Feldstetten. Vier Fahrzeuge waren am 15. August an dem Unfall beteiligt, ein 33-jähriger Beifahrer starb, neun weitere Fahrzeuginsassen wurden allesamt schwer verletzt. Aufgrund der massiven Verformungen und der stabilen Materialien moderner Fahrzeuge brauchten die Freiwilligen Feuerwehren, die mit 15 Fahrzeugen und 80 Einsatzkräften anrückten, mehr als eine Stunde, bis alle Verletzten an den Rettungsdienst übergeben werden konnten, wie Kreisbrandmeister Wolfram Auch schilderte.

Neun Schwerverletzte

Vier Rettungshubschrauber, zehn Rettungswagen und vier Notärzte kümmerten sich um die Verletzten. Schlagzeilen machte das dramatische Unfallgeschehen aber auch, weil der BMW iX des Unfallverursachers aufgrund seiner Beklebung Hinweise dafür bot, dass es sich um ein Testfahrzeug für autonomes Fahren gehandelt haben könnte. Dies wurde am Ende vom Fahrzeughersteller dementiert, es habe sich nur um ein Testfahrzeug für normale Fahrassistenzsysteme, wie etwa einen Spurhalteassistenten, gehandelt.
Auch die Berichterstattung über den Großbrand in Metzingen im August stieß auf großes Interesse. In der Innenstadt war eine Aluminium-Gießerei in Flammen aufgegangen, auch die Reutlinger Feuerwehr unterstützte die umfangreichen Löschmaßnahmen. Die Gefahrstoffeinheit der Feuerwehr Reutlingen führte zudem Messungen der Schadstoffkonzentrationen in der Luft durch, um mögliche Gefahren für die Bevölkerung rasch zu entdecken. Am Ende blieb es glücklicherweise „nur“ bei einem Millionenschaden.
Natürlich bewegte die Menschen im vergangenen Jahr auch die Corona-Pandemie, die regelmäßig im Mittelpunkt der Berichterstattung stand. So soll es in Reutlingen eine unentdeckte Corona-Welle gegeben haben. Durch die Impfungen und die Mutationen hat das Coronavirus inzwischen seinen Schrecken verloren – zum Jahresende rückten mit der Grippewelle und dem RS-Virus andere Krankheitserreger in den Vordergrund. Aber auch die Energiewende stieß auf Interesse: Ein mögliches Verbot von Einzelfeuerstätten und Ölheizungen und die Aussagen des Bezirksschornsteinfeger Roland Werner hierzu stießen auf großes Interesse, ebenso wie der Hornissen-Angriff auf Wanderer am Bad Uracher Wasserfall und die Ignoranz anderer Wanderer, die sich, alle Warnungen der eingesetzten Feuerwehrleute in den Wind schlagend, dennoch auf den gesperrten Wanderweg aufmachten.
Auch Gerichtsprozesse sorgten immer wieder für Gesprächsthemen: Etwa die Verurteilung der Geschäftsführer einer Pliezhausener Firma, die mit „Bioscan“-Geräten einen Millionengewinn machten, obwohl die pseudowissenschaftlichen Geräte in Wahrheit keinerlei medizinische Daten erfassen konnten. Oder der Fall einer 93-jährigen Dame, die trotz offensichtlicher Fahruntüchtigkeit und eingezogener Fahrerlaubnis weiter mit ihrem Auto fahren wollte – bis Richter Eberhard Hausch dem ein Ende machte und das Fahrzeug polizeilich beschlagnahmen ließ.

Die Familie im Blick

Die gute Nachricht zum Schluss: Zu den bestgeklicktesten Artikeln in unserer Region gehörten auch zahlreiche Beiträge, in denen verschiedene Experten Hilfestellungen für ein besseres Zusammenleben gaben. Ob es dabei um Kinder ging, die den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen haben, oder um die Schwierigkeiten, die Paarbeziehung trotz der neuen Aufgabe als Eltern frisch zu halten – das Interesse war stets groß, wie auch bei einem Beitrag, indem eine Expertin erklärte, wie das „verflixte siebte Ehejahr“ zu meistern sei. Gute zwischenmenschliche Beziehungen, so scheint es, sind und bleiben auch den Menschen in der Region wichtig.
Diese kurze Übersicht zeigt indes eindrucksvoll, wie vielfältig die Themen auch im Lokalen sein können. Und eines ist sicher: Auch im kommenden Jahr 2023 wird es wieder viele spannende Geschichten geben, die es wert sein werden, erzählt und gelesen zu werden – ob Online oder in der gedruckten Tageszeitung.

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Redaktionen arbeiten im Landkreis Reutlingen bei der SÜDWEST PRESSE Neckar-Alb zusammen, um über die Region zu berichten: Die Reutlinger Nachrichten sind in der Albstraße 4 in Reutlingen beheimatet, das Metzinger Uracher Volksblatt in der Römerstraße 19 in Metzingen. Der Münsinger ALB BOTE entsteht in der Gutenbergstraße 1 in Münsingen.