Er soll ein Statement sein für Zusammengehörigkeit, für Präsenz, für Hoffnung, Glauben und Sinn-Orientierung. Der zweite Ökumenische Stadtkirchentag wird aber auch ein Bekenntnis zu Pfullingen sein – eines, das drei Tage dauert, aber noch sehr viel länger in die Zukunft hinein wirken soll. Start ist am kommenden Freitag mit einem symbolträchtigen Auftakt: Um 17.30 Uhr beginnt der Sternmarsch, der von den evangelischen, der evangelisch-methodistischen und der katholischen Kirche ausgeht. Das sind die drei Gemeinden, die den ersten Stadtkirchentag vor vier Jahren gestemmt haben. Neu dazu kommen jetzt auch noch die Griechisch-Orthodoxen, die am Lindenplatz loslaufen, um dann mit den anderen Kirchen auf dem Marktplatz in das ökumenisch geprägte Wochenende hineinzufeiern.
Der zweite Stadtkirchentag steht unter dem Motto „Frischer Wind belebt, bewegt, befreit“ und bietet  ein Programm, wie es abwechslungsreicher kaum sein könnte. Unter anderem gibt es eine Ausstellung zum Veranstaltungs-Motto, einen  Abend der Begegnung mit viel Musik und Tanz, einen Pilgerweg, Kleinkunst, ein Platzkonzert, einen Gottesdienst, ein spezielles Angebot für Kinder und eines, das sich an die Jugend wendet. Und es sind nicht nur die Kirchengemeinden, die sich vom 14. bis 16. Juli ins Zeug legen, damit der Stadtkirchentag ein Erfolg wird, sondern auch die Vereine, die gleichzeitig unterhalten und bewirten. 350 Menschen werden am nächsten Wochenende im Einsatz sein. Eine Zahl, die Barbara Seichter vom Planungsteam schon allein deshalb ermittelt hat, weil sie für jeden Helfer ein kleines Geschenk vorbereitet. Das eigentliche Planungsteam, das schon vor weit über einem Jahr die Arbeit aufgenommen hat, ist freilich deutlich kleiner.  Ein gutes Dutzend Ehrenamtliche aus den Kirchengemeinden haben inzwischen 13 große gemeinsame Sitzungen und viele, viele kleine Treffen hinter sich gebracht, damit beim Stadtkirchentag alles läuft wie am Schnürchen. Es sind Leute, „die mit viel Liebe zum Detail“ zu Werke gehen, wie der evangelische Pfarrer Hans-Martin Fetzer beobachtet hat. Allein 150 Windrädchen haben die Ehrenamtlichen gebastelt und 200 Lichtertütchen mit Sand gefüllt,  um sie bei den Abendveranstaltungen aufzustellen.
Warum sich die Pfullinger so viel Mühe geben und mit so großem Elan eine Mammut-Veranstaltung stemmen wollen? „Weil die Kirchen auch mal ein Event machen wollen und den Marktplatz füllen können – aber nicht mit Firlefanz, sondern mit einem Gottesdienst“, sagt der Öffentlichkeitsarbeiter der Planungsgruppe, Michael Hagel. Hans-Dieter Losch, ebenfalls ehrenamtlich unterwegs, fände es „toll, wenn auch viele Leute auftauchen, die wir nicht kennen“. Denn der Stadtkirchentag soll „ein Fest für Pfullingen werden“. Eines, das zeigt, „dass die ökumenische Zusammenarbeit die Zukunft ist“, wie Barbara Seichter sagt. Und ihre Mitorganisatorin Ursula Halter ist noch immer beeindruckt „von der Dankbarkeit, die vor allem die älteren Leute beim ersten Stadtkirchentag 2013 gezeigt haben“. Eines der wichtigsten Anliegen, das die Ehrenamtlichen, aber auch die Pfarrer haben, ist allerdings die gelebte Ökumene. Und: als Kirche in der Stadt auf sich aufmerksam zu machen. „In einer Welt, die immer mehr durcheinander gerät, ein öffentliches Bekenntnis der Christen vor Ort abzulegen“, daran ist dem katholischen Dekan Hermann Friedl gelegen. Oder wie Pfarrer Dimitrios Katsanos von der griechisch-orthodoxen Kirche sagt: „Es gibt so viel Hass, Extremismus und Negatives gegenüber Fremden. Dem wollen wir etwas entgegensetzen und zusammen feiern“. Vor allem aber wollen die Kirchengemeinden Hemmschwellen abbauen. Kirchenferne Menschen sollen „sehen, wie die Kirche tickt“. Auch die „Zaungäste sollen aufmerksam werden“ und reinschauen ins Programm, das, so betonen es die Macher des Ökumenischen Stadtkirchentags, „offen ist für alle.“