Es ist ein glatter Schnitt, dann hängt die große Fichte am Montagmorgen im Neu-Ulmer Ortsteil Reutti am Haken. Der Kranführer schwenkt den etwa 13 Meter hohen und 1,2 Tonnen schweren Baum hinüber zu einem bereitstehenden Lastwagen. Dann kommt das Schwierigste: Der Baum muss möglichst vorsichtig auf der Ladefläche platziert werden, damit die großen Äste nicht abknicken. Schließlich soll er auf dem Neu-Ulmer Rathausplatz als Weihnachtsbaum eine gute Figur machen. Dort wurde er noch am Montag aufgestellt.
Zuvor war die Fichte an der Holzschwanger Straße etwa 25 Jahre lang auf dem Grundstück der Familie Müller herangewachsen, auf dem mehrere Generationen der Familie wohnen. Das Alter schätzte Christian Müller anhand der Jahresringe auf einer abgesägten Stammscheibe, die die Familie als Erinnerung behalten wird. Wie kam die Familie überhaupt auf die Idee, die stattliche Tanne an die Stadt zu spenden?

Die Fichte war schlicht zu groß geworden

„Meine Mutter wird ihren Schattenspender schon vermissen“, berichtet Christian Müller. Aber der Baum sei einfach zu groß geworden. Und wurde bei Stürmen und Unwettern zunehmend ein Risiko für die Wohngebäude. Darum hat Vater Manfred Müller Kontakt zur Stadt Neu-Ulm aufgenommen. Die hatte schon vor einiger Zeit Mitarbeiter vorbeigeschickt, die sich den Baum ansahen – und für weihnachtstauglich befanden. „Das hat uns gefreut“, sagt Christian Müller. „Das ist doch eine schöne Verwendung.“

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt ab 25. November

In den kommenden Tagen wird die Fichte noch mit Lichterketten weihnachtlich geschmückt, teilt die Stadt Neu-Ulm mit. „Zum Start des mittelalterlichen Weihnachtsmarkts am Freitag, 25. November, erstrahlt der Baum dann erstmals in weihnachtlichem Glanz.“ Die Aufbauarbeiten für den Markt beginnen am 19. November