Natürlich gibt es sie noch, die klassischen Grabsteine auf dem Neuen Friedhof im Vöhringer Süden. Aber die Zahl der Erdbestattungen im Sarg geht immer weiter zurück, die meisten Menschen lassen sich in Urnen beisetzen. Die Stadt hat auf diese Entwicklung schon länger reagiert und Urnenstellwände aufgestellt. Im Frühjahr 2021 wurde dann mit der großen Umgestaltung des Südfriedhofs  begonnen; 500 000 Euro hat diese gekostet. Die Umgestaltung ist nun abgeschlossen. Und sie bietet viel Platz für moderne Bestattungsformen, die immer stärker nachgefragt werden. Von einer „parkähnlichen Anlage“ sprach Bürgermeister Michael Neher.
Ein großes Kreuz aus Steinplatten wurde in ein ovales Rasenstück gelegt, es ist ein Feld für Gemeinschaftsgräber. Eine kleine Metallplatte mit dem eingravierten Namen erinnert dann an den Verstorbenen. Es gibt Bestattungsplätze an Bäumen und innerhalb eines Bandes von Stauden und Hecken. Überall ist Platz für ein Namensschild, aber es fällt keine Grabpflege an. Auch ein neuer, mittiger Eingang ist dazugekommen. 

Pfarrer Teuffel und Straub loben neue Gestaltung

Der katholische Vöhringer Pfarrer und Neu-Ulmer Dekan Martin Straub weihte das neue Gräberfeld. Zusammen mit seinem evangelischen Amtskollegen Jochen Teuffel war zur kleinen Feier anlässlich der Fertigstellung gekommen.  Den beiden Pfarrern gefällt besonders, dass die – biologisch komplett abbaubaren – Urnen auf den neuen Feldern auch tatsächlich beerdigt werden. „Das hilft den Menschen, Abschied zu nehmen, einen Abschluss zu finden“, sagte Pfarrer Straub am Rande der Veranstaltung. Der Südfriedhof sei durch die neue Gestaltung deutlich aufgewertet worden. „Das Angesicht hat sich verändert, Bedeutung und Aufgabe sind gleichgeblieben“, sagte er.