Wir wollten das nicht am grünen Tisch planen, sondern möglichst viele Menschen miteinbeziehen“, berichtet Simone Thalhofer-Preußner, die das Festprogramm zusammen mit Bürgermeister Michael Neher vorstellte. Sie gehört zum Festkomitee für das Vöhringer 875-Jahre-Jubiläum und kümmert sich in der Stadtverwaltung maßgeblich um die Organisation der Feierlichkeiten. Und da kommt in diesem Jahr einiges zusammen. Vereine, Schulen, Kindergärten, Gewerbeverband: Die Stadt hat sich Vorschläge und Ideen von allen möglichen Seiten geholt. Herausgekommen ist ein abwechslungsreiches Programm, das sich durch das ganze Jahr zieht. Zusammengefasst unter anderem in einem Flyer, den sich jeder Vöhringer an die Pinnwand heften kann, um keinen Termin zu verpassen. Zudem ist das Programm auch auf der Webseite der Stadt abrufbar.   

1148 erstmal urkundlich erwähnt

Los geht es am 6. Februar. Und das nicht ohne Grund: Am 6. Februar 1148 war Vöhringen zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden. Und zwar in einem Schutzbrief des Papstes Eugen III. für das Kloster Wiblingen. Zum Auftakt des Jubiläumsjahrs geht es historisch zu: Die Stadtarchivarin Monika Kolb nimmt die Zuhörerinnen und Zuhörer in einem Vortag unter dem Motto „Zeitsplitter“ mit auf eine Reise durch die Vöhringer Geschichte. Dabei soll es alles andere als „verstaubt“ zugehen, verspricht Thalhofer-Preußner. „Geschichte kann Spaß machen.“ Beginn ist um 19 Uhr im Kulturzentrum Wolfgang-Eychmüller-Haus.
Weiter geht es mit dem Kinderfaschingsumzug mit Rathaus-Sturm am 16. Februar, dem Seniorenfasching im Kulturzentrum am 20. Februar und der Neueröffnung des Museums für Stadt- und Industriegeschichte am 22. und 23. April in der Ulmer Straße 25.

Zwei Festwochen im Sommer

Im Sommer stehen von 23. Juni bis 9. Juli gute zwei Festwochen an. Beginnend mit dem Sportpark-Sommerfest vom 23. Juni bis 25. Juni, bei dem es als besonderen Höhepunkt eine Lasershow geben wird. Den Abschluss der Festwochen bildet das Vöhringer Stadtfest im Ortskern vom 7. Juli bis 9. Juli. Dort können sie die Besucherinnen und Besucher von den Rittern der Armati Equites ins „Veringen anno 1148“ zurückversetzen lassen. „In der Zeit werde ich abends selten zu Hause sein“, ahnt Bürgermeister Neher schon jetzt. Die Veranstaltungen durchziehen das ganze Jahr, eine kleine Auswahl: Vom 23. Juni bis 30. Juli läuft eine Ausstellung im Kulturzentrum, bei der die beiden Goldenen Bücher der Stadt im Mittelpunkt stehen. Besucher können dort auch ein Faksimile erwerben. Am 1. Juli spielen Bands zum letzten Mal im alten Jugendhaus, am 5. Juli findet der offizielle Festakt zum 875-Jahre-Jubiläum im Kulturzentrum statt.

Open-Air-Konzert am 7. Juli

Ein besonderer Höhepunkt steht am 7. Juli auf dem Festplatz an: das Jubiläums-Open-Air-Konzert. Auftreten werden die Mittelalter-Rockband Feuerschwanz sowie die beiden regionalen Bands Five Horse Rodeo und Die Taucher. „Die Taucher sind ja in Vöhringen im Jugendhaus aufgewachsen“, sagt Neher.

Einige Daten aus der Vöhringer Geschichte

In einem päpstlichen Schutzbrief wird Vöhringen 1148 erstmals urkundlich erwähnt. Ein weiteres wichtiges Datum ist das Jahr 1865: Mit dem Erwerb der Krauß‘schen Mühle in Vöhringen durch Philipp Jakob Wieland wird die Grundlage für das größte Werk der Wieland Gruppe gelegt. So beginnt der wirtschaftliche Aufstieg der Stadt. In dem Werk arbeiten heute 2300 Menschen. Vöhringen galt lange als „das größte Dorf Schwabens“, ehe es 1977 zur Stadt erhoben wird.   In der Kernstadt und den Ortsteilen Illerzell, Illerberg und Thal leben insgesamt rund 13 800 Einwohner.