Wie das Polizeipräsidium Schwaben/Südwest mitteilt, ermittelt die Kripo Neu-Ulm wegen des sexuellen Missbrauchs eines Mädchens im Grundschulalter aus dem Kreis Neu-Ulm.
Ein noch unbekannter Täter habe das Mädchen während eines Videochats dazu aufgefordert, sich auszuziehen. Der Fall kam zur Anzeige, da zufällig ein Elternteil des Mädchens ihr Zimmer betrat als der Chat stattfand. Bevor das Elternteil die Unterhaltung beendete, fotografierte es den Täter noch. Danach begab sich die Familie zur Polizei. Diese versucht nun den Täter anhand des Fotos zu identifizeren. Im Fall einer Verurteilung droht dem Täter eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren.

Was ist Cybergrooming?

Das Phänomen ist der Polizei unter dem Begriff „Cybergrooming“ bekannt und bezeichnet die Anbahnung von sexueller Gewalt gegen Minderjährige im Internet. Das englische Wort „Grooming“ bedeutet „Striegeln“ und steht metaphorisch für das subtile Annähern von meist männlichen Tätern an Kinder und Jugendliche. Die Täter nutzen dabei die Unbedarftheit, die Vertrauensseligkeit und das mangelnde Risikobewusstsein von Kindern und Jugendlichen aus. Oft versuchen sie, ein Vertrauens- oder Abhängigkeitsverhältnis herzustellen, um ihre Opfer manipulieren und kontrollieren zu können.
Besonders Dienste, von denen bekannt ist, dass Kinder und Jugendliche sie nutzen, sind für Täter interessant. Um die Sicherheitsvorkehrungen der Plattformen zu umgehen, versuchen die Täter nach der ersten Kontaktaufnahme oft auf privatere Kommunikationskanäle zu wechseln, etwa auf Messenger oder Videochat-Dienste.

Wie kann man Kinder schützen? Tipps der Polizei

  • Gespräch suchen
    Bleiben Sie im Gespräch mit Kindern und Jugendlichen über deren Online-Erlebnisse. Signalisieren Sie, dass Sie jederzeit ansprechbar sind, wenn es Probleme gibt.
  • Hilsangebote und Beratungsstellen aufsuchen
    Wenn ihre Kindern nicht mit Ihnen über das Erlebte sprechen wollen, vermitteln Sie Kontakte zu Beratungsstellen
  • Klare Regeln vereinbaren
    Kinder und Jugendliche sollten den Kontakt zu Chatpartnern abbrechen, wenn diese das Gespräch auf Sexualität bzw. bisherige sexuelle Erfahrungen lenken oder wenn ihnen Geldgeschenke oder andere „Vorteile“ (zum Beispiel in Online-Spielen) angeboten werden. Auch wenn das Zuschicken von Bildern oder Videos verlangt wird oder der Chatpartner das Gespräch schnell auf privatere Kanäle (z.B. Skype oder andere Messenger, E-Mail, Telefon) verlagern will, sollte die Unterhaltung abgebrochen werden.
  • Melden Sie verdächtige Kontakte
  • Nutzen Sie die Schutzmaßnahmen der Plattformen (zum Beispiel die Sichtbarkeitseinstellungen auf „privat“ setzen)