Seit 1999 zeichnet die Stadt Neu-Ulm jährlich Bürgerinnen und Bürger aus, die sich in besonderem Maße um Stadt und Gemeinwesen verdient gemacht haben. Sie erhalten die Bürgermedaille. Seit 2010 wird zudem die Ehrenmedaille für Pflege an Menschen vergeben, die einen pflegebedürftigen, kranken oder behinderten Menschen über einen längeren Zeitraum gepflegt und betreut haben.
Bei der diesjährigen Ehrungsfeier im Edwin-Scharff-Haus verlieh Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger drei Bürgermedaillen in Bronze und zwei in Silber. Darüber hinaus wurden drei städtische Ehrenmedaillen für Pflege vergeben. „In Neu-Ulm sind viele Menschen ehrenamtlich in den unterschiedlichsten Vereinen und Hilfsorganisationen aktiv. Sie packen überall dort mit an, wo unkompliziert unterstützt oder geholfen werden soll. Mitmenschlichkeit wird in Neu-Ulm großgeschrieben“, sagte Albsteiger.
Mit der Ehrenmedaille für Pflege wurden ausgezeichnet:
Sieglinde Hauff
Sie pflegt ihren Ehemann Ernst Hauff und ermöglicht ihm und sich selbst trotz Einschränkungen die Teilhabe und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben im Stadtteil Steinheim und darüber hinaus.
Hermann Knaier
Er pflegt seit sieben Jahren seine an Demenz erkrankte Frau Heidemarie im eigenen Heim in Finningen. So schafft er es, ihr Tag für Tag ein Gefühl der Sicherheit zu bieten und gleichzeitig auch Orientierung im täglichen Leben.
Monika Quintus
Sie steht ihrem Mann seit der Diagnose seiner Demenzerkrankung tagtäglich zur Seite. Seit zehn Jahren ist er auf den Rollstuhl angewiesen und in seinen Fähigkeiten stark eingeschränkt. Dennoch organisiert Monika Quintus jeden Tag den gemeinsamen Tagesablauf entsprechend der Fähigkeiten ihres Mannes und pflegt ihn in den eigenen vier Wänden.
Mit der Bürgermedaille in Bronze wurden ausgezeichnet:
Gabriele Binder
Sie engagiert sich seit vielen Jahren freiwillig im Fairkauf in Neu-Ulm. Sie ist überzeugt von der Idee, dass Sachgüter nicht achtlos weggeworfen, sondern für Bedürftige zugänglich gemacht werden sollten. Wo unkompliziert Hilfe gebraucht wird, ist Gabriele Binder dabei. Im Seniorenheim Albertinum half sie über ein Jahr beim Mittagstisch. Beim Theater Ludwigsfeld serviert sie seit dreißig Jahren Essen und Getränke. Außerdem war sie bei der Familieninitiative im Vorfeld tätig.
Maria Stäb
Das Theater ist ihre Leidenschaft. Sie war mit dabei, als theaterbegeisterte Frauen und Männer vor einem Vierteljahrhundert in Holzschwang die „Holzschwanger Bühnenschwärmer“ gegründet haben. Sie sagt von sich selbst: „Das Theater liegt mir im Blut“. Das Theaterspielen ist ihr zu einer wertvollen Lebenserfahrung geworden. Grundsätzlich besteht Maria Stäbs Lebenskunst darin, sich überall dort einzusetzen, wo sie gebraucht wird. Seit langem ist sie in Holzschwang im Chor und im Sportverein aktiv. Bei den Festivitäten im Stadtteil ist sie unentbehrlich. Vor allem für ihren handgemachten Kartoffelsalat und die selbstgemachten Maultaschen ist sie bekannt.
Hans-Georg Stein
Vereinsarbeit muss Freude machen, sagt der Reuttier. Danach handelt er auch. Vor elf Jahren übernahm er den Vorsitz für den Obst- und Gartenbauverein Reutti-Jedelhausen. Der ursprüngliche Plan war: für ein Jahr und auch nur kommissarisch. Der Verein stand damals mangels Nachfolge kurz vor der Auflösung. Aus der Zusage für ein Jahr sind mittlerweile elf Jahre Vorstandschaft geworden. In dieser Zeit hat er die Ziele des Obst- und Gartenbauvereins zu seinen eigenen gemacht, sie den aktuellen Anforderungen angepasst. Unter seiner Leitung hat sich die Zahl der Mitglieder verdoppelt, auch viele jüngere Mitglieder hat der Verein hinzugewonnen.
Mit der Bürgermedaille in Silber wurden ausgezeichnet:
Walter Förster
Er ist ein Allrounder und eine tragende Säule im Holzschwanger Vereinsleben. Seit 1971 ist er Mitglied der Chorgemeinde Holzschwang und seit 2014 deren Ehrenmitglied. In der katholischen Kirchengemeinde Aufheim war er von 1971 bis 1994 Vertreter der Holzschwanger Katholiken und in der Kirchenverwaltung viele Jahre als Lektor tätig. Förster ist Gründungsmitglied des 1974 gegründeten Holzschwanger Sportvereins und war dort von Anfang an bis 1993 zweiter Vorsitzender. Aktiv war er von 1986 bis 2014 als Abteilungsleiter des Lauftreffs Nordic Walking. Beim Hallenbau brachte er es 1997 auf beachtliche 250 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden. Unermüdlich ist er bis heute im Einsatz beim Dorffest und bei den Veranstaltungen aller Dorfvereine.
Manfred Janssen
Schon als Bub trat Janssen in den TSV Neu-Ulm ein. Nicht ahnend, dass er einmal dessen Erster Vorsitzender sein würde. Ein halbes Jahrhundert später wurde er es und blieb es bis zum heutigen Tag. Davor war Manfred Janssen stellvertretender Vorsitzender im Tennisclub Gerlenhofen. Handball, Tennis und Fußball sind seine Vorlieben. Als Erster Vorsitzender eines der größten Sportvereine der Region versteht Janssen es, die Mitglieder zu motivieren und sie und den gesamten Verein für die Zukunft „fit“ zu machen. Das zweite Betätigungsfeld von Manfred Janssen in Ludwigsfeld ist der Verkehrsübungsplatz. Seit Beginn (1976) ist er dort Geschäftsführer. Auch dieses Amt füllt er mit Herzblut aus.

Bronze, Silber, Gold und Ehrenring

Die Stadt Neu-Ulm hat bereits 53 Bürgermedaillen in Bronze, 51 Bürgermedaillen in Silber und 9 Bürgermedaillen in Gold vergeben. Darüber hinaus haben auch bereits 19 Personen die Ehrenmedaille für Pflege der Stadt Neu-Ulm erhalten. Zudem wurde Theo Waigel im Jahr 2002 mit dem Ehrenring der Stadt ausgezeichnet.