Wegen Mordes an einer Jugendlichen in der Nähe des Memminger Flughafens hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 25-Jährigen und eine 16-Jährige erhoben. Die beiden werden beschuldigt, das 16 Jahre alte Opfer im November 2021 zunächst ohne dessen Wissen unter Drogen gesetzt, die Jugendliche dann mit einer Glasflasche geschlagen und schließlich mit mehreren Messerstichen getötet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Memmingen am Donnerstag mit. Die Tat war nach Auffassung der Ermittler geplant, ein Motiv habe aber „nicht mit hinreichender Sicherheit geklärt werden“ können.
Die beiden Verdächtigen hätten zu den Vorwürfen bislang geschwiegen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die 16-Jährige und das angeklagte Duo seien befreundet, die beiden Verdächtigen zumindest vor der Tat einmal ein Paar gewesen. Ob letzteres im November 2021 immer noch der Fall war, sei unklar, sagte der Sprecher.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-Jährigen und der 16-Jährigen vor, der Jugendlichen Kapseln mit dem Ecstasy-Wirkstoff MDMA gegeben zu haben - unter dem Vorwand, dass es sich um Vitaminpillen handle. Danach habe die damals 15-jährige Verdächtige der Jugendlichen eine Glasflasche auf den Kopf geschlagen. Als die 16-Jährige auf dem Boden lag, soll der 25-Jährige mehrfach mit einem Butterflymesser auf sie eingestochen haben.
Messerstecherei am Donaubad Neu-Ulm Blutiger Streit: Ging es um den Ukraine-Krieg?

Neu-Ulm

Die Leiche der 16-Jährigen war einen Tag nach der Tat südlich des Memminger Flughafens gefunden worden. Wenig später fand die Polizei bei dem 25 Jahre alten Verdächtigen zwei Messer, die als Tatwaffen in Frage kamen. Der Mann und die 16-jährige Verdächtige wurden festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.
Über die Zulassung der Mordanklage und die Frage, ob es zu einem Prozess kommt, entscheidet der Staatsanwaltschaft zufolge das Landgericht Memmingen.

Weiterer Todesfall durch Messerstiche

Im selben Monat wurde in Mössingen-Belsen (Landkreis Tübingen) ein Mann auf offener Straße durch Messerstiche getötet. Der Schwager des Opfers ist nun des Mordes angeklagt.

Messerstecherei am Donaubad in Neu-Ulm

Bei einem aktuelleren Fall, einer Messerstecherei am Donaubad in Neu-Ulm, sucht die Polizei nach dem Motiv. Klar ist nur, dass reichlich Alkohol geflossen ist. Nach den beinahe tödlichen Messerstichen auf einer Feier in einer Kleingartenanlage floh der mutmaßliche Täter. Doch die Polizei kam ihm auf die Schliche.
 
 
PS: Wahre Verbrechen stehen übrigens im Zentrum unserer Themenseite swp.de/crime. Hören Sie dort den Podcast „Akte Südwest“ und lesen Sie Hintergründe zu aktuellen und historischen Fällen in Baden-Württemberg – und vieles mehr.