Das Landgericht Memmingen hat in dem Prozess um den gewaltvollen Tod einer Jugendlichen am Flughafen Memmingen am Donnerstag, 24. November, das Urteil gefällt: Die beiden Angeklagten, ein 26-Jähriger und eine 16-Jährige, wurden des gemeinschaftlichen Mordes schuldig befunden. Der 26-Jährige wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, die 16-Jährige zu einer Jugendstrafe von neun Jahren und sechs Monaten. Das teilt das Gericht mit.

Mord am Flughafen: Angeklagter muss Entzug machen

Grundsätzlich sehe das Gesetz bei Mord eine lebenslange Freiheitsstrafe vor. Wenn Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt, betrage die gesetzliche Höchststrafe zehn Jahre. Für den Angeklagten wurde – wegen seines Betäubungsmittelkonsums – die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Außerdem muss er den Eltern der Getöteten ein Schmerzensgeld von 50.000 Euro bezahlen.
Rache und Wut: Das waren nach Überzeugung des Gerichts die Motive der 16-jährigen Angeklagten. Für die Beurteilung des Tatgeschehens sei die Vorgeschichte maßgeblich gewesen, also die Persönlichkeiten des Opfers und der Angeklagten und ihre Beziehung zueinander. Näheres dazu gibt das Gericht nicht bekannt – die Urteilsverkündung des Vorsitzenden Richters Thomas Hörmann fand, wie fast der gesamte Prozess, unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der 26-jährige Angeklagte habe in erster Linie der 16-jährigen Angeklagten helfen wollen. „Dies führte dann zum Tatplan der Angeklagten, den die beiden dann gemeinschaftlich umsetzten“, heißt es vom Gericht. Am 14. November 2021 töteten die beiden die 16-Jährige.

Öffentlichkeit war vom Prozess ausgeschlossen

Der Prozess begann am 29. August. Wenig später wurde die Öffentlichkeit auf Antrag der Verteidiger der jugendlichen Angeklagten für den gesamten weiteren Verlauf ausgeschlossen. Argumentiert wurde unter anderem mit der schlechten psychischen Verfassung der Angeklagten. Der Prozess zog sich über 23 Verhandlungstage, es wurden zahlreiche Zeugen und Sachverständige vernommen.
Der 26-Jährige gab die Tat zu, stellte sie jedoch als Kurzschlusshandlung dar, berichtet das Gericht. Die Angeklagte räumte ihre Anwesenheit ein, bestritt jedoch eine Tatbeteiligung.
Die beiden haben jetzt die Möglichkeit, das Urteil innerhalb einer Woche nach Verkündung mit dem Rechtsmittel der Revision anzufechten. Der Bundesgerichtshof prüft dann das Verfahren auf Rechtsfehler. Das heißt, die Beweisaufnahme wird nicht nochmals durchgeführt.