Er hat gehalten, aber nur eben grade so. Nun ist es endgültig an der Zeit, loszulassen. Halloween ist ja auch vorbei. Gekauft hatte der Autor der Moment-mal-Redaktion den Kürbis an einem der zahllosen Stände, die immer rechtzeitig vor der Geisternacht wie aus dem Nichts überall an den Straßenrändern aus dem Boden sprießen, etwa eineinhalb Wochen vor Halloween. Offenbar zu früh, wie sich später immer eindrucksvoller herausstellte. Das superwarme Wetter im Oktober hatte wahrscheinlich auch nicht gerade zur Konservierung beigetragen.

Ein Schwarm kleiner, schwarzer Fliegen

Der Kürbis war schnell ausgehöhlt, die Fratze geschnitzt. Er sah gruselig aus, wenn er nachts von einer Kerze erleuchtet vor der Haustür stand. Irgendwann kam dann die Zeit, als er tagsüber zunehmend angsteinflößender wirkte als in der Nacht.
Dass immer ein Schwarm kleiner, schwarzer Fliegen aufstieg, sobald man den Deckel anhob, um darin eine Kerze zu platzieren, war auch kein gutes Omen. Ein Zahn war komplett ausgefallen. Das Gebiss – einst gefüllt mit scharfen Reißzähnen – erinnerte immer stärker an die untoten Beißer aus The Walking Dead, die auch schon lange keinen Zahnarzt mehr gesehen haben.

Aus fest wird flüssig

Irgendwann forderten die Kinder vor der Halloween-Nacht lauthals Ersatz für  den gammeligen Kürbis, was jedoch seitens des Autors abgelehnt wurde. Vielleicht eine Fehlentscheidung. Weil sich der anfangs feste Aggregatzustand zunehmend in Richtung flüssig verschob; es ist eben nur ein schmaler Grat zwischen gruselig und ekelig.
Seine letzte Ruhestätte fand er schließlich auf dem Komposthaufen im heimischen Garten. Mach’s gut, Zombie-Kürbis. Auf ein Neues im nächsten Jahr, in alter Frische.