Die Nacht zum 1. Mai – in Bayern wird an vielen Orten die Freinacht „gefeiert“. Und als Zeit für derbe Späße genutzt. Doch was ist noch Brauchtum und wo gehen die Scherze und Streiche der Freinacht zu weit? Die Polizei Schwaben-Südwest hat dafür eine klare Regel formuliert: Beinahe alles ist erlaubt, solange keine Sachen beschädigt oder Menschen verletzt werden.

Was ist die Freinacht?

Als Freinacht, auch Hexennacht, gilt heute vor allem im süddeutschen Raum die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. Was einst als Nacht voller Brauchtümer galt, entwickelt sich immer mehr zu einer unschönen Mischung aus Scherzen und echten Straftaten. Sie wird von Jugendlichen gerne genutzt, um den Maibaum anliegender Gemeinden zu stehlen oder Gartentüren auszuhängen und zum Maibaum zu tragen.

Seit wann gibt es Maischerze?

Maischerze in der heutigen Ausprägung gibt es etwa seit den 1980er-Jahren. Die Freinacht wird seither vermehrt für böse Streiche genutzt, die auch als Maischerze bezeichnet werden. Sie haben jedoch nichts mit dem Brauchtum der Freinacht im eigentlichen Sinne zu tun haben. Beliebt ist sind etwa das Einwickeln von Autos in Toilettenpapier, das Besprühen von Türklinken und Autos mit Rasierschaum oder das Verstecken von Dingen. Auch das Stehlen von Maibäumen benachbarter Gemeinden gehörte noch dazu. Neben diesen „harmlosen“ Streichen häufen sich – wie die Polizei Schwaben Südwest hinweist – in den Freinächten zunehmend auch Sachbeschädigungen und Vandalismus.

Vor welchen „Scherzen“ warnt die Polizei zur Freinacht?

In der Vergangenheit war das Wegräumen von Pflanzenkübeln, Gartenmöbeln und Gartentürchen ein probates Mittel um sich vor den Maistreichen in den Abend- und Nachtstunden zu schützen. Mittlerweile ist dies oft wirkungslos, weil Kinder und Jugendliche – teilweise sogar in Begleitung der Eltern – durch das Wohngebiet streifen und dieses mit Toilettenpapier oder Rasierschaum verschandeln.
Deutlich gravierender aber sind meist Jugendliche, die – oftmals alkoholisiert – in der Nacht unterwegs sind und das Brauchtum zur Begehung von Straftaten missbrauchen.
Insbesondere bei dieser Art von Scherzen versteht die Polizei gar keinen Spaß: „Wer Kanaldeckel aushebt oder Seile über die Fahrbahn spannt, scherzt nicht, sondern gefährdet absichtlich und rücksichtslos Gesundheit und Leben von Unbeteiligten!“

Negativbeispiele aus der vergangenen Freinacht: Die Polizei ermittelt

Bitte nicht nachmachen! Die übelsten Freinacht-Streiche aus den letzten Jahren. In einigen ermittelt sogar die Polizei.
In St. Heinrich haben Unbekannte letztes Jahr ein Fahrzeug aufgebockt, die Räder entfernt und in den umliegenden Bäumen aufgehängt. Der Halter des Fahrzeugs empfand das allerdings nicht als besonders lustig und verständigte die Polizei.
Im Kreis Ludwigsburg wurden Flaschen auf die Landesstraße 1125 geworfen. Bei Hessigheim meldeten Zeugen weitere junge Leute, die an der Landesstraße 1677 Leitpfosten aus dem Boden rissen. Die Polizei schritt ein. „Wenn das Scherze gewesen sein sollen, dann waren es sehr schlechte“, sagte eine Polizeisprecherin.
Im Rems-Murr-Kreis hat eine unbekannte Gruppe in der Freinacht ein Auto aus einer Parklücke getragen und wieder auf einem anderen Parkplatz abgestellt. Witzig war dieser Streich für den Autobesitzer jedoch nicht. An seinem Fahrzeug entstand ein beträchtlicher Sachschaden.
In Dasing haben ein oder mehrere unbekannte Täter in der Nacht auf den 1. Mai eine sechs Meter lange Holzstange auf einen Gartenzaun und eine herbeigeholte Gartenbank gelegt und so die Fahrbahn überspannt. Dieses Hindernis erkannte ein Autofahrer zu spät, woraufhin er mit der Holzstange zusammenstieß. Dabei wurde die Windschutzscheibe und die Motorhaube beschädigt.

Das könnte dich auch interessieren: