Wie das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West auf Nachfrage bestätigt, hat es bereits am 30.12.2022 in Deisenhausen einen gefährlichen Vorfall gegeben. Ein Spaziergänger war mit seinem Hund an einem Weiher-Grundstück an der Günz unterwegs gewesen, als ihn das Tier dort auf einen Maulwurfhügel aufmerksam machte. Weil in dem Hügel ein Holzbrett steckte und der Hund daran schnupperte, griff der Spaziergänger hinein - und löste eine Explosion aus, die ihn am Auge verletzte. Wie sich herausstellte, steckte in dem Maulwurfhügel eine Sprengfalle für Wühlmäuse - die in diesem Fall offensichtlich gegen Maulwürfe eingesetzt werden sollte.

Maulwürfe stehen unter besonderem Schutz

Die Polizei ermittelt einerseits wegen fahrlässiger Körperverletzung, andererseits wegen des Verstoßes gegen die Bundesartenschutzverordnung. Der Maulwurf gehört nämlich zu den in Deutschland besonders geschützten Tierarten. Anders als die Wühlmaus, für die die gefundene Sprengfalle eigentlich gebaut worden war und die laut Tierschutzgesetz „im Rahmen zulässiger Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen“ getötet werden darf. Ihr dürfen dabei lediglich keine erheblichen Schmerzen zugefügt werden - bestimmte Schussfallen sind deshalb nicht erlaubt.

Aufsteller der Sprengfalle ist der Polizei noch unbekannt

Sprengfallen sind hingegen zulässig, für Menschen über 18 Jahren erwerbbar und verstoßen an sich auch nicht gegen das Sprenggesetz. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben erklärt, gilt bei der Aufstellung einer solchen Sprengfalle aber natürlich die Sorgfaltspflicht, die bei dem Vorfall in Deisenhausen klar verletzt wurde - deshalb der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung.
Stand 13. Januar 2023 konnte die Polizei die Identität des Fallenaufstellers noch nicht ermitteln.