An Weihnachten ist der historische Hintergrund überwiegend in der Kirche ein Thema. Zu Hause spielen für die kleinen Kinder die Geschenke und für die Familie das Essen eine Rolle. An den Feiertagen will man es allen recht machen, auch den Vegetariern. Wir haben einer Neu-Ulmer Familie auf den Einkaufszettel und in den Terminkalender geschaut.
Mirjam Fiedler ist 21 Jahre alt und ernährt sich seit zwei Jahren vegetarisch, „hauptsächlich wegen des Klimawandels“. Seither habe sie keine Probleme gehabt mit ihrer Einstellung. Im Gegenteil: „In meinem Freundeskreis gibt es immer mehr Vegetarier“, erzählt sie. Auch in den Restaurants sei es einfacher geworden, weil inzwischen überall vegetarische Gerichte angeboten werden.

Kartoffelsalat mit Wienerle und Tofuwürstchen

Die junge Frau studiert in Coburg „Soziale Arbeit“ und verbringt Weihnachten in Neu-Ulm bei ihrer Familie. Das sind ihre Eltern Sonja und Thomas Fiedler sowie ihre jüngeren Brüder Matthias (17 Jahre) und Benedikt (20 Jahre). Die „Oma aus Nürnberg“ ist für einige Tage zu Besuch, und zum Essen kommt noch Philipp, der Freund von Benedikt.
Matthias kocht und backt gerne und hat deshalb am Donnerstag zum Abendessen einen Berg Kässpätzle zubereitet, natürlich mit gerösteten Zwiebeln als Topping. Das esse auch die Oma gerne, da sie ursprünglich aus dem Allgäu stammt, erzählt Sonja Fiedler. Und für Mirjam braucht es dann keine Extrawurst.
Die gibt es allerdings zum Mittagessen am 24. Dezember. Dann stehen traditionell Kartoffelsalat und Würstchen auf dem großen Tisch. Die einen essen Wiener Würstchen, Mirjam macht sich Tofuwürstchen heiß, die fast genauso aussehen. Beim Abendessen indes kann sich jeder in kleinen Pfännchen selbst zubereiten, was er gerne isst. Erraten! Es gibt Raclette. Oben auf dem Raclettegerät brutzelt Putenfleisch, unten garen Pilze, Maiskörner, Paprikawürfel, Zwiebeln, Tomaten, Zucchinistücke und Spargelspitzen.

Zum Nachtisch gibt es Banane mit geschmolzener Schokolade

Als Käsesorten stehen Raclette, Gouda und Mozzarella zur Auswahl. Dazu gibt es Kartoffeln und Baguette. Sonja Fiedler findet Raclette ideal für Heiligabend. Erstens könne man „flexibel anfangen“ mit dem Essen, denn die 49-Jährige und ihre Tochter helfen nachmittags noch bei einem Krippenspiel. Zweitens dauert die Mahlzeit selbst eine ganze Weile und lässt Zeit für Gespräche. Zum Nachtisch gibt es Banane mit geschmolzener Schokolade, solange die Heizschlange im Raclettegerät noch glüht.
Für den ersten Weihnachtsfeiertag hat Sonja Fiedler, die unter der Woche als Lektorin, Übersetzerin und als Freie Mitarbeiterin der SÜDWEST PRESSE arbeitet, eine Gans samt Beilagen beim Wirtshaus zum Silberwald in Ludwigsfeld vorbestellt – zum Abholen. Von diesem Geflügel esse sie auch etwas, obwohl sie sich seit ihrem 22. Lebensjahr ebenfalls vegetarisch ernährt.

Beim Griechen kommen alle auf ihre Kosten

Für Mirjam wurde „irgendein vegetarisches Gericht“ bestellt. Denn zu dem Zeitpunkt war die Wochenspeisekarte noch nicht fertig. Es wird also eine Überraschung. „Aber es gibt ja noch die Beilagen zur Gans wie Rotkraut und Knödel“, sagt Mirjam ganz unkompliziert. Außerdem ist für knackige Beilagen gerade die „rollende Biokiste“ im Haus eingetroffen – mit Gemüse und saisonalen Salatsorten aus der Region.
Am zweiten Feiertag kommen ebenfalls Fleischesser und Vegetarier gleichermaßen auf ihre Kosten: Fiedlers haben einen Tisch beim Griechen reservieren lassen. Dort stünden ohnehin viele Salate und Aufläufe auf der Karte, lobt Sonja Fiedler die Auswahl. Das sei in ihrer Jugend ganz anders gewesen. Vegetarier galten als Freaks. Und wenn sie mit ihren Eltern in ein deutsches Lokal zum Essen ging, „gab es als fleischlose Alternative immer nur Sellerie-Schnitzel“.
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Raclette ist durch einen Zufall entstanden

Legende Léon, ein Walliser Winzer hat das an Weihnachten inzwischen beliebte Raclette erfunden, besagt zumindest eine Legende. An einem kalten Tag erwärmte Léon ein Stück Käse über dem offenen Holzfeuer und war begeistert über den Geschmack des geschmolzenen Käses.
Raclettezubereitung Früher erhitzte man einen halben Käselaib am offenen Feuer und schabte den geschmolzenen Käse aufs Brot. Heutzutage schmilzt man den Käse in kleinen Pfännchen in einem Raclettegerät und isst dazu Pellkartoffeln und als klassische Beilage Silberzwiebeln und Cornichons.