Daniel Fürst aus Neu-Ulm will es noch einmal wissen. Er tritt in der bayerischen Landtagswahl als SPD-Direktkandidat im Neu-Ulmer Stimmkreis. In der Stimmkreis-Konferenz in Vöhringen stimmten 36 Genossinnen und Genossen für den Neu-Ulmer, bei einer Enthaltung. Fürst war 2018 schon einmal als Direktbewerber angetreten, es war allerdings ein rabenschwarzes Wahljahr für die Sozialdemokraten. Die SPD erreichte mickrige 9,7 Prozent, Fürst holte im Stimmkreis 10,1 Prozent der Erststimmen. Etwas besser als die Partei, aber es reichte trotzdem nur für den fünften Platz im Kandidaten-Ranking. Und 2023 steigt mit CSU-Landrat Thorsten Freudenberger ein haushoher Favorit in den Ring. Einfach wird der Wahlkampf also keinesfalls. Womit will Fürst punkten?

Schornsteinfeger und Familienvater

Der 38-Jährige ist Schornsteinfeger-Meister und Vorsitzender des Zentralverbands deutscher Schornsteinfeger. Energiethemen liegen Fürst also nahe. Die Energiekosten schießen durch die Decke, das Problem ist brandaktuell. Erst im Juli war seine Expertise sogar im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin gefragt. „Deutschland muss unabhängig von Energieimporten werden“, findet Fürst. Und noch stärker auf erneuerbare Energien setzen. Zwar gebe es auf Bundesebene Fördertöpfe, um die Energiekrise für Privathaushalte und Unternehmen abzufedern. Zusätzliche Hilfen auf Landesebene sollten diese aber ergänzen.
Ganz praktisch ist er gerade dabei, sich in ein anderes Themengebiet zu vertiefen: Daniel Fürst und seine Ehefrau Jacqueline haben einen drei Monate alten Sohn. „Das ist eine sehr schöne Erfahrung.“ Deutlich weniger schön sei allerdings die aufwendige Suche nach einem Kita-Platz, die einen immensen Vorlauf erfordert. „Da besteht Nachholbedarf“, sagt Fürst.

Angepeilt: Erster Männerplatz auf der Schwabenliste

Im November wird es für Daniel Fürst wieder spannend. Dann steht in Augsburg die Reihungskonferenz der Schwaben-SPD an. „Ich bewerbe mich auf den ersten Männerplatz der Schwabenliste“, berichtet Daniel Fürst. Klappt das, rechnet er sich durchaus Chancen aus, gegebenenfalls über die Liste in den Landtag in München einzuziehen.
Auf der Stimmkreiskonferenz in Vöhringen wurde noch eine weitere Personalie geklärt: Maren Bachmann aus Senden ist Direktkandidatin für den Bezirkstag.