Leistungssport und Unternehmen haben erstaunlich viel gemeinsam, sagte Kunstturnerin Janine Berger im Club der Industrie. Die 22-Jährige zog interessante Parallelen: „Wie beim Turnen braucht ein Unternehmen gute Einzelkämpfer, aber auch ein herausragendes Team  – die Richtlinien sind vergleichbar“, sagte die Vierte der Olympischen Spiele in London im Sprung.
Weitere Erkenntnisse: „Erfolg ist die Summe allen Scheiterns, denn Niederlagen gehören einfach dazu und stählen einen für den Erfolg.“ So auch im Falle von Janine Berger aus Bubesheim, die seit dem Alter von viereinhalb Jahren fünfmal pro Woche je drei Stunden trainiert. In London schrammte sie 2012 knapp an einer Medaille vorbei. Die Erinnerungen sind unvergesslich: „Bei Olympia in die Arena mit 40 000 Zuschauern einzulaufen, war der schönste Moment in meinem Leben“, sagt Janine Berger, „dafür hab ich gelebt und trainiert.“

Tokio 2020 als neues Ziel

Aber nach der Enttäuschung mit dem verpassten Edelmetall folgte zwei Jahre später die Höchststrafe: Riss des vorderen Kreuzbandes, danach Komplikationen und vor Rio ein Meniskusschaden: Olympia ist futsch, die angestrebte Medaille ebenso. Berger hört daraufhin sogar komplett mit dem Leistungssport auf und findet erst langsam wieder zurück.
„Früher dachte ich, Turnen ist mein ganzes Leben, jetzt denke ich: Turnen gehört zu meinem Leben dazu“, stellte sie sich neu auf.
Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, beginnt sie ein Studium für Sport-, Medien- und Eventmanagement am Campus M21  in München und steigt langsam wieder in den Sport ein, wechselt an den Stufenbarren und heuert bei der Turn-Bundesligamannschaft des SSV Ulm an. Nun freut sie sich auch wieder auf ihren Sport und hofft auf Olympia 2020 in Tokio, vielleicht sogar eine Medaille: „Ich setz’ mir jedenfalls ein kleines Ziel nach dem anderen.“
„Die Verläufe von Unternehmen müssen nicht, aber können ähnlich schwierig sein“, sagte Club-Vorsitzender Gerd Stiefel vor mehr als 30 Mitgliedern beim Wirtschaftsstammtisch, bei dem auch Landrat Thorsten Freudenberger war. Resultat: Das Unternehmen Stiefel Hydraulik und Pneumatik in Burlafingen machte Janine Berger nun zur Markenbotschafterin. Gerd Stiefel: „Sie repräsentiert unser Unternehmen auf Bildungsmessen, Feierlichkeiten und bei Vorträgen, und das macht sie bestens.“ Der Club der Industrie hat insgesamt 101 Mitgliedsfirmen.