„Ärmel hoch gegen Blutkrebs“ hieß es am Sonntag im Sendener Bürgerhaus. Gemeinsam mit der Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ (AKB) veranstaltete der Verein „Heart for Life“ eine Typisierungsaktion für den 17-jährigen Lukas aus Nersingen, der an Leukämie erkrankt ist.
Die Vorsitzende des Vereins, Carola Lo Cicero, sei auf sie zugekommen, sagte Cornelia Kellermann von der AKB. „So eine Aktion schwebte ihr schon länger vor. Dann hat sie vom Schicksal von Lukas gehört, und das gab schließlich den Ausschlag.“
Fast 50 Helfer, etwa aus den örtlichen Vereinen und der Sendener Rot-Kreuz-Bereitschaft, mobilisierte Lo Cicero, Bürgermeister Raphael Bögg übernahm die Schirmherrschaft. „Viele Leute haben sich einfach von selbst gemeldet oder auch spontan einen Kuchen mitgebracht“, sagte sie. Ein Engagement, das sich gelohnt hat: Mehr als 400 Menschen ließen sich am Sonntag als Stammzellenspender typisieren.
„Wir sind vollkommen zufrieden“, sagte Lo Cicero. Vor allem junge Leute seien ins Bürgerhaus gekommen, teilweise in Gruppen. Aus dem Neu-Ulmer Ortsteil Ludwigsfeld habe sich zum Beispiel ein ganzes Fußballteam auf den Weg gemacht. Wer sich typisieren lassen wollte, durfte nicht älter als 45 Jahre sein.
„Die Altersgrenze definiert jede Spenderdatei für sich selbst“, sagte Kellermann. Erfahrungswerte zeigten „Stammzellen älterer Spenden wachsen nicht so gut an.“ Da zudem nur bis zum 60. Lebensjahr gespendet werden dürfe, sei es wichtig, vor allem junge Leute zu gewinnen. „Wir wollen das Geld, das wir bekommen, sinnvoll ausgeben.“
40 Euro kostet die AKB-Registrierung und Typisierung pro Person, finanziert ausschließlich durch Spenden. Bei der AKB erfolgt die Typisierung per Blutentnahme, knapp 5 Milliliter werden entnommen – anders als bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), bei der ein Wangenabstrich reicht. „Auf diese Weise können wir mehr Werte bestimmen“, sagte Kellermann. Augenscheinlich überrasche es manche Besucher, dass sie gepiekst würden, sagte Notfallarzt Daniel Haas.

Blut wird abgenommen

Ein Problem sei dies aber nicht. „Wir erklären: Wenn Sie als Stammzellenspender infrage kommen, müssen Sie mit einer Blutentnahme rechnen.“ Wer zu große Angst vor der Nadel hatte, durfte in Ausnahmen zum Wattestäbchen greifen. „Das waren vor allem Männer, die sind manchmal wohl sensibler“, sagte Haas. Für Sabine aus Neu-Ulm war das Blutabnehmen kein Problem. „Das ging doch ganz schnell.“
Für Heart for Life und die AKB war der Nachmittag ein doppelter Erfolg: Rund 30 000 Euro Spenden konnten der Stiftung für Ihre Arbeit überreicht werden, Großspenden vom Lions Club, der Drachenkinder-Aktion von Radio 7 und der Ulmer Volksbank machten dies möglich. Lo Cicero: „Das soll nicht die letzte Aktion bleiben.“

Nächste Chance zum Mitmachen in Vöhringen

Termin Die nächste Typisierungsaktion ist am Samstag, 16. März, von 10 bis 15 Uhr im Illertal-Gymnasium mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Die Registrierung erfolgt dabei nicht durch eine Blutabnahme, sondern über einen Abstrich mit einem Wattestäbchen in der Wangenschleimhaut. Typisieren lassen kann sich jeder zwischen 17 und 55 Jahren.