Luigi des Franceschi kann seit acht Monaten nicht mehr richtig laufen. Wer ihn kennt der weiß, was dies mit dem Italiener macht. Wobei nicht laufen ist nicht ganz richtig. „Joggen kann ich, Rad fahren ist besser“, berichtet der von einer Schambein-Entzündung arg geplagte. Trotzdem ist davon auszugehen, dass der Metzinger bei einem seiner Lieblingsrennen dabei ist. „Ich werde aber sicher nur dabei sein, bin froh, wenn ich nach 50 Minuten im Ziel bin.“ Das ist für viele eine Zeit, die weit entfernt von dem ist, was der Körper hergibt, für de Franceschi ist es freilich nicht genug. Zumindest will er seiner Partnerin Katrin Kommer zur Seite stehen, die sich über mangelnde Unterstützung sowieso nicht beklagen kann. Sabrina Mockenhaupt läuft immer mit ihr, wenn sie im Ermstal ist. Auch sie rennt den Zehner, hat trainingstechnisch allerdings etwas reduziert.

Katrins Hitzeschlacht

Regelmäßig unterwegs ist Katrin Kommer. Zum Beispiel am vergangenen Wochenende in Hamburg beim Halbmarathon, der hinsichtlich der geplanten Teilnahme beim Berlin-Marathon (Sonntag, 29. September) durchaus Sinn gemacht hat. Das Rennen selbst hat nicht nur Sinn gemacht. „Es war temperaturmäßig die absolute Hölle“, sagt Luigi de Franceschi rückblickend. Das kenne man zwar auch von den brutalen Hitzeschlachten im Ermstal, nur sei  man da besser darauf vorbereitet. „Das waren sie in Hamburg definitiv nicht. Da hatte es an der Strecke viel zu wenig Wasser“, so der „Metzinger Italiener“.
Deshalb gab es unschöne Szenen, etliche Teilnehmer sind bei 34 Grad im Schatten kollabiert. Katrin Kommer hat die Strapazen heil überstanden, konnte mit der Zeit von  1:32:21 Stunden durchaus zufrieden sein.

Knapp hinter „Mocki“

Jetzt „begnügt“ sie sich vor der Haustür mit zehn Kilometern. „Das ist sie in diesem Jahr noch nicht gelaufen“, so der Freund und Trainer, der deshalb keine Zeit vorgibt, aber ein vages Ziel: „Katrin soll knapp hinter Mocki ins Ziel kommen.“ Das wäre dann auf alle Fälle weit vorne.
Sabrina Mockenhaupt hat ebenfalls den Zehner gewählt, den sie 2015 in Streckenrekord (34:59) gewonnen hat. „Sie will eine gute Zeit laufen, aber wahrscheinlich wird es nicht die beste ihrer Karriere.“
Luigi de Franceschi verweist auf „Mockis“ viele Verpflichtungen. Unter anderem trug sie während „Let’s Dance“, der Tanzshow auf RTL, Stöckel- statt Laufschuhe. Andere Termine kamen hinzu, ein privater schwebt über allem. Mocki wird in gut einem Monat heiraten. Die finalen Planungen werden nach dem Ermstal-Marathon vorangetrieben. Dort wird noch richtig schnell gerannt.

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Das Wetter ist bestellt

Beim Ermstal-Marathon kann man sich auf vieles verlassen – auch auf das Wetter. Es ist warm, meistens sogar heiß. Und das auf einer Strecke die vieles hat, nur keinen Schatten. Was bei Hitzeschlachten passieren kann, hat man am vergangenen Wochenende bei Übertragungen vom Triathlon in Frankfurt und dem Halbmarathon in Hamburg gesehen. Läuferinnen und Läufer kollabierten, mussten den extremen Bedingungen Tribut zollen, die nun einmal gar nicht für Ausdauersportler gemacht sind. Bange Blicke werden deshalb bei den Machern des Erms­tal-Marathons auf diverse Wetter-Apps gerichtet. Gestern gab Michael Koch, der Chef der TuS Metzingen, schon einmal vorsichtig Entwarnung. „Es soll nicht heißer als 26 Grad werden“, sagte er kurz vor 16 Uhr. Inwieweit die Prognosen zutreffen, was die App taugt, wird man am 14. Juli im Ermstal erfahren. wose